"Komm wir gehen heim sterben"

Die Autorin und Ärztin Melitta Breznik erzählt leise und eindringlich von den letzten Lebenswochen ihrer Mutter

SEBASTIAN FASTHUBER
Feuilleton, FALTER 28/20 vom 08.07.2020

Die Diagnose: Krebs im fortgeschrittenen Stadium. Die Prognose: keine Chance. "Komm wir gehen heim sterben", sagt die Tochter bestimmt zur Mutter. Diese wollte nur kurz nach dem Befinden der 91-Jährigen sehen, die gerade noch bei guter Gesundheit und geistig fit war. Jetzt wird sie zu ihrer Sterbebegleiterin. "Wir verabschieden uns bei den Schwestern und Ärzten, die geschäftig ihrer Arbeit nachgehen, einige grüßen knapp, alles ist gesagt, jedes weitere Wort zu viel."

Die Kunst von Melitta Breznik ist es, doch Worte zu finden. Viele sind es nicht, aber die richtigen. In dem schmalen Band "Mutter. Chronik eines Abschieds" erzählt sie von den letzten 40 Tagen ihrer Mutter. Diese will, dass die Tochter als Medizinerin ihrem Leiden mittels Spritze ein Ende bereitet, was sie ihr jedoch verweigert. Dafür erfüllt sie ihr den Wunsch, zu Hause zu sterben, und pflegt sie bis zum Schluss.

Es ist ein stilles Buch, in dem der Tod und die Zeit, die das Sterben beansprucht, ihren Raum bekommen. Im

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  812 Wörter       4 Minuten

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