Die Radler-Hatz der Wiener Cops

Immer mehr Radfahrer, Politiker und Juristen finden die Art und Intensität der Polizei-Radkontrollen in Wien schikanös und unverhältnismäßig

Tom Rottenberg
STADTLEBEN, FALTER 29/20 vom 14.07.2020

Illustrationen: PM Hoffmann

Martin Hoffer hat nicht gerade den Ruf eines militanten Rad-Lobbyisten. Kein Wunder: Hoffer ist Chefjurist des ÖAMTC. Auch wenn der „Club“ sich allen Mobilitätsformen verpflichtet fühlt, sind die Prioritäten klar – und das seit Jahrzehnten. Wenn Martin Hoffer also wegen polizeilicher Radkontrollen grantig wird, wenn er von „schleunigstem Handlungsbedarf“ spricht, wenn er sagt, dass es „schwer ist zu erklären, dass es da nicht nur ums Abkassieren geht“, wenn er von „lebensfremder Gestaltung“ spricht und betont, dass „es hier jeder falsch machen würde“, heißt das was.

Worum es geht? Wiens Polizei hat Mitte Juni an einer stark befahrenen Radwegekreuzung eine Schwerpunktkontrolle durchgeführt. Und Strafen quasi „en bloc“ verhängt. Einzig die Tatsache, dass hier zu viele Radfahrer unterwegs sind, verhinderte eine 100-Prozent-Strafquote.

Die Kreuzung? Bei der TU am Karlsplatz führt ein Zebrastreifen über die Wiedner Hauptstraße. Straßen- und Badner Bahn kreuzen hier. Es gibt eine Schule und viel Verkehr. Eine Fußgängerampel regelt – auch – den Radverkehr: Bei Grün stehen Autos und Bim, man kann queren. Bei Rot nicht. Doch das kann, bewies die Polizei, falsch sein. Und teuer.

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