Hier spricht die Polizei

Gewalt, Rassismus, Corpsgeist: die Polizei steht in der Kritik. In den USA, in Deutschland und jüngst auch wieder in Wien. Wie erleben Wiener Polizisten ihre Arbeit? Der Falter bat zwölf Exekutivbeamte, in langen, vertraulichen Gesprächen über ihren Alltag, ihre Ängste, ihre Vorurteile und ihre Fehler zu sprechen

Florian Klenk
POLITIK, FALTER 33/20 vom 11.08.2020

Foto: Christopher Mavrič

Es ist da einiges zusammengekommen in den letzten Monaten. Die Videos von Ermordungen schwarzer Bürger durch die Polizei in den USA. Die deutsche NSU-2.0-Affäre, bei der auch Polizeibeamte rassistische Morddrohungen an Prominente verschickt haben. Die Polizeifolter an Demonstranten im EU-Bewerberland Serbien.

Aber es gibt auch Videos aus Österreich. In Favoriten ohrfeigt ein Polizist einen Tschetschenen vor laufender Überwachungskamera. Er und sieben Kollegen schauen zu und werden suspendiert. In der Josefstadt quält ein Beamter einen bereits bewusstlosen Obdachlosen mit einem Handschuh, den er zuvor mit Reizgas besprühte, zwei sehen zu. In Ottakring herrscht ein Polizist Jugendliche an und sagt: „Machts an Schuach, des is mei Land!“

Die Wiener Polizeispitze geht neuerdings auf Distanz zu solchen Kollegen. In einem internen Schreiben erklärte der Wiener Vizepolizeipräsident, jene Polizisten nicht mehr zu decken, die Demonstranten bei Demos von Fahrrädern treten oder unter Polizeiautos legen. Und es gibt erstmals auch Suspendierungen von Polizisten, die nicht sofort Anzeige gegen prügelnde Kollegen erstatten. Das ist neu. In den Nullerjahren, als Polizisten Afrikaner prügelten oder erstickten, war man nicht so weit.

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