Die letzten Tage der Ironie

Der Schauspieler Manuel Bräuer über die demütigende Arbeit mit dem Regisseur Paulus Manker

Manuel Bräuer
FEUILLETON, FALTER 34/20 vom 18.08.2020

Man kann sich in Ironie verlieren. Die Theaterwelt beweist das regelmäßig. Es mangelt nicht an Stücken, in denen ironisch schlecht gespielt wird. Man kann sich hinter der Maske der Ironie verstecken, man kann auch mangelndes Können hinter Ironie verstecken.

Man kann sich verstecken, bis man nicht mehr imstande ist zu unterscheiden: Was ist noch Ironie und wozu ist man tatsächlich geworden? Wie weit kann man als Arbeitgeber gehen, wenn man seine Mitarbeiter ironisch wie Untermenschen behandelt? Und wann wird man blind für die übergeordnete Ironie, die nicht mehr der eigenen Absicht entwächst? Diese Blindheit ist bei Paulus Manker eingetreten, und unabsichtlich hat er dadurch vermutlich das beste und aussagekräftigste Stück seiner Karriere geschaffen.

Das wahre Stück ist oft das Metastück. Die gedankliche Wolke, die über den profanen Handlungen einer Theateraufführung schwebt. Nicht zu verwechseln mit dem Subtext, der darunterliegt, unter dem Gesagten. Nicht erzählt werden aber meist die Produktionsbedingungen. Die jedoch sagen oft mehr über einen Regisseur und Produzenten aus, als dieser der Öffentlichkeit zu zeigen bereit wäre.

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  1786 Wörter       9 Minuten

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