Nachruf auf ein Nachbarland ohne Grautöne

Paul Lendvai liefert in der Neuauflage seines Standardwerks über Ungarn eine leidenschaftliche Abrechnung mit seiner Heimat

NIKOLETTA KISS
Politik, FALTER 46/20 vom 11.11.2020

Wie ein Politthriller liest sich das erweiterte Standardwerk des Osteuropa-Experten Paul Lendvai. Das wechselvolle Schicksal des ungarischen Volkes wird lebendig in einer Mischung aus geschichtlichem Überblick, biografischen Skizzen und unterhaltsamen Anekdoten. Das Werk spannt einen Bogen von der Besetzung des Karpatenbeckens durch die Magyaren Ende des 9. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit. Der Autor hat die jüngste Ausgabe um zwei Kapitel ergänzt. Sie behandeln Ungarn nach der Wende bis heute.

Charakteristisch für das Werk ist sein Ansatz, die Ungarn aus freundlicher, aber kritischer Distanz zu beschreiben. Nur in den jüngsten Kapiteln wird der Ton leidenschaftlich. Die Sorge des Autors um Ungarns Demokratie in Viktor Orbáns zunehmend autoritärem Regime wird deutlich.

Das Werk hilft zu verstehen, warum Orbáns Reden über das tausendjährige Ungarn, die Einsamkeit der Nation und ihre einzigartige ungarische Sprache für Außenstehende so haarsträubend nationalistisch klingen,

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  558 Wörter       3 Minuten

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