Abgeschrieben und durchgewinkt

Der Rücktritt von Christine Aschbacher löst das strukturelle Problem mit wissenschaftlichem Betrug nicht. Einblicke in eine Schattenwelt

GASTKOMMENTAR: STEFAN WEBER
Falter & Meinung, FALTER 02/21 vom 13.01.2021

Mit dem Rücktritt von Arbeitsund Familienministerin Christine Aschbacher sind die strukturellen Probleme nicht gelöst. Wir sollten den bedauerlichen Fall zum Anlass nehmen, ihnen endlich in die Augen zu schauen: Wie häufig kommt ein solches akademisch approbiertes Geschwurbel eigentlich vor? Welche Rolle spielt die Qualität der Inhalte im Hochschulsystem?

Der österreichische Philosoph Josef Mitterer hat einmal gesagt: Im akademischen System übersteigt die Anzahl der Schreiber mittlerweile bei weitem die der Leser. Vor Jahren sorgte ein kurzes Paper mit dem Titel "Read Before You Cite!" für Aufsehen: Das empirische Ergebnis war, dass nur 20 Prozent jener Wissenschaftler, die ein bestimmtes Werk zitieren, dieses auch in irgendeiner Form konsultiert haben. 80 Prozent haben die Quellenangabe hingegen einfach abgeschrieben.

Dazu passt das Problem der Fake-Konferenzen und Raubverlage: Konferenzen, auf denen keiner mehr dem anderen zuhört, und Verlage, die beliebige Texte ohne Leserschaft

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  723 Wörter       4 Minuten

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