Klein, aber mein

Der Kleingarten ist ein Ort großer Begehrlichkeiten. Einst Nahrungsmittellieferant für hungernde Städter, dann Zuckerl für aufrechte Sozialdemokraten, heute teures Spekulationsobjekt und blaue Wähleroase. Vermessung einer Wiener Institution

Birgit Wittstock
STADTLEBEN, FALTER 06/21 vom 09.02.2021

Foto: Katharina Gossow

An schönen Tagen könne man bis zum Schneeberg sehen, sagt Sylvia Wohatschek und deutet mit der Hand in die dichte Nebelsuppe. Statt eines Berggipfels ist heute bloß die Spitze der wuchtigen Betonkirche zum heiligen Franz von Sales zu sehen, die einige hundert Meter weiter aus der Per-Albin-Hansson-Siedlung ragt. Selbst die Heuberggstätten, das mit wenigen Bäumen bestandene riesige Grün, das sich jenseits von Wohatscheks Gartenzaun breitmacht, wird nach nur wenigen Metern vom Grau verschluckt.

Obwohl das Wetter die Aussicht verwehrt, lässt sich erahnen, wie gut es sich hier wohnt.

Sylvia Wohatscheks Paradies ist keine unerschwingliche Villa im Speckgürtel. Ihr kleines Haus mit den 350 Quadratmetern Garten und dem freien Blick über die Ausläufer der Stadt liegt im Arbeiterbezirk Favoriten – exakt sieben U-Bahn-Stationen von der Innenstadt entfernt.

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