Heute Geliebte morgen Grossmutter

Die Gesellschaft hat ein Problem mit Frauen, die älter werden. In Film und Fernsehen zeigt sich das besonders stark. Doch Dinge ändern sich

Stefanie Panzenböck
FEUILLETON, FALTER 07/21 vom 16.02.2021

Junge Frau, alter Mann. Im Film der Normalfall. Hier Brigitte Bardot und Curd Jürgens in „Und Gott erschuf die Frau“ (1956) (Foto: Keystone)

Aha. Eh“, dachte sich die Schauspielerin Ursula Strauss, 46, als sie den Tweet ihrer Kollegin Mavie Hörbiger las. Da stand: „Absage. Begründung, man hätte sich für eine insgesamt jüngere Kombination aller Figuren entschieden. Aus dem Leben einer Schauspielerin mit 41. Fühlt sich scheiße an.“

Strauss ist wie Hörbiger seit vielen Jahren eine erfolgreiche Schauspielerin. Doch auch vor ihnen macht die Diskriminierung aufgrund des Alters – oft ist hierzulande auch das englische Wort „ageism“ gebräuchlich – nicht Halt. Welches Ereignis Hörbigers Nachricht auf Twitter vorausging, ist nicht bekannt; die Schauspielerin wollte dazu nicht Stellung nehmen.

„Es ist weit verbreitet, dass Schauspielerinnen auf ihre Oberfläche reduziert werden“, sagt Strauss. „Mir hat man schon vor zehn Jahren gesagt: ‚Zehn Jahre geht das noch, aber dann kann dich keiner mehr anschauen.‘“ Es kam anders. Strauss spielt seit 2009 die Hauptrolle in der beliebten ORF-Krimireihe „Schnell ermittelt“ und wird regelmäßig für Kino- und Fernsehfilme verpflichtet. Ist sie eine Ausnahme? Oder ändert sich etwas in der Welt von Film und Fernsehen?

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  2630 Wörter       13 Minuten

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