Landrand Ruralismus

Braucht Graz die U-Bahn?

GERLINDE PÖLSLER
Landleben, FALTER 08/21 vom 24.02.2021

Graz soll also eine "Mini-Metro" bekommen: Auf zwei Linien und 25 Kilometern soll sie die Stadt durchqueren und die S-Bahn-Stationen an den Stadträndern mit der Altstadt verbinden. Klingt gut, denn: Die Bevölkerung im Großraum Graz wächst, die Luft ist schlecht.

Allerdings soll die U-Bahn 3,3 Milliarden Euro kosten - um das Geld könnte man laut Verkehrsdoyen Hermann Knoflacher zehnmal so viele Straßenbahnkilometer bauen. Doch Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) hat die U-Bahn ohne die Verkehrsstadträtin und die zuständige Fachabteilung planen lassen. Obwohl die mit dem Land gera de den S-Bahn-Ausbau konzipieren. Und der Gemeinderat längst Ausbaupläne für die Bim beschlossen hat, die mit der Metro teils wieder abgeblasen wären.

Offen ist, ob die teure Metro das Hauptproblem am besten lösen kann: dass die meisten Pendler die Stadtgrenze mit dem Auto passieren. Und der Bund, von dem Graz die Hälfte der Kohle will, zeigt sich skeptisch: Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) möchte lieber an den bisherigen Plänen festhalten. Worst-Case-Szenario: Es wird nun jahrelang gestritten -und tatsächlich passiert überhaupt nichts.

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