Kontrastprogramm zum erstickenden Provinzialismus

Raimund Löw
Medien, FALTER 14/21 vom 07.04.2021

Österreichs Fenster zur Welt wurde Hugo Portisch in einer Zeit, in der unser Land klein, eng und selbstzufrieden war. Portischs Reportagen im Kurier Anfang der 1960er-Jahre aus der Sowjetunion, aus China, aus Vietnam waren das Kontrastprogramm zum erstickenden Provinzialismus hier.

Die Artikelserie über den Vietnamkrieg im Kurier, den mein Vater jeden Tag nachhause brachte, habe ich gesammelt. Im Hietzinger Gymnasium ließ der Direktor nach John F. Kennedys Ermordung über die Lautsprecheranlage ein Vaterunser beten. Ein Atomkrieg ist jetzt wahrscheinlich, meinten die Lehrer. Als bald zwölfjähriger Portisch-Fan wusste ich, warum wir auf der Seite der Amerikaner standen. Bluejeans waren allerdings an unserer Schule verboten, die Lehrer erzählten von Stalingrad.

Portischs Begeisterung für Amerika half, den Kopf frei zu machen von der heimischen Enge. Wenig später begann die amerikanische Jugend zu revoltieren. Wir solidarisierten uns mit den demonstrierenden Studenten in

ANZEIGE
  639 Wörter       3 Minuten

Sie haben bereits ein FALTER-Abo?


Sie nutzen bereits unsere FALTER-App?
Klicken Sie hier, um diesen Artikel in der App zu öffnen.

Jetzt abonnieren und sofort weiterlesen!

Jetzt abonnieren und sofort weiterlesen!

Print + Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • Wöchentliche Print-Ausgabe im Postfach
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
  • Rabatt für Studierende
Jetzt abonnieren

1 Monat Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
Jetzt abonnieren

Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
  • Rabatt für Studierende
Jetzt abonnieren
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Medien-Artikel finden Sie in unserem Archiv.

12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!