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Die fehlende Diversität in Österreichs Redaktionen

Medien, FALTER 16/21 vom 21.04.2021

Die Medien sehen sich gerne als vierte Gewalt im Staat. Doch wer sind diejenigen, die den Mächtigen auf die Finger schauen und die Menschen unabhängig informieren? Ein Forschungsbericht von Medienhaus Wien hat sich mit der Diversität von Österreichs Journalistinnen und Journalisten - 5346 waren es 2018/19 - beschäftigt. Gerade einmal 12,4 Prozent von ihnen (befragt wurde eine repräsentative Stichprobe von 501 Menschen) haben Migrationshintergrund, sind also selbst im Ausland geboren oder haben zumindest einen ausländischen Elternteil. 6,4 Prozent von ihnen stammen aus dem deutschsprachigen Ausland. Zum Vergleich: 23,7 Prozent der Gesamtbevölkerung haben Migrationshintergrund, und zwar nach einer strengeren Definition (beide Elternteile müssen im Ausland geboren sein).

Für Repräsentation gibt es sowohl ein ideologisches Argument - sollte eine für eine Demokratie so wichtige Einrichtung wie die Presse nicht die Bevölkerung widerspiegeln? - wie auch ein ökonomisches: Die interviewten Journalisten im Forschungsbericht teilten nämlich die Beobachtung, dass sich Menschen mit Migrationshintergrund in Medien oft nicht wiederfänden. Denn Journalisten mit unterschiedlichen Hintergründen betrachten die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven. Und sehen so mehr.

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