Die nackte Wahrheit

Der Bundeskanzler wähnt sich als Opfer von Justiz und Opposition. Was hat er wirklich gesagt und wieso eröffnet die Staatsanwaltschaft deshalb ein Verfahren? Der Fall Kurz verständlich erklärt

Florian Klenk, Martin Staudinger
POLITIK, FALTER 20/21 vom 18.05.2021

Nein, Sebastian Kurz wird nicht zurücktreten. Das hat er klargestellt. Weder bei Erhebung einer Anklage – und selbst im Falle einer Verurteilung wird er wohl im Amt bleiben wollen. Denn das, was die WKStA da auf den Tisch gelegt hatte, sei eine „Kampagne“, ein „Konstrukt“, ein Machwerk, das sogar seine Mutter erschüttere. „Während mein Team und ich die Pandemie besiegen und das wirtschaftliche Comeback unseres Landes schaffen wollen, verfolgt die Opposition genau ein Ziel: ‚Kurz muss weg!‘, schrieb Kurz auf Facebook und verwies auf ein Interview mit der Kronen Zeitung.

Dort legte er nach: „Die Justiz ermittelt, weil die Opposition mich angezeigt hat. Ich weiß, wie das Spiel funktioniert. Man schickt so lange Anzeigen – mal offen, mal anonym – an die Ermittlungsbehörden, bis diese irgendwann ein Verfahren einleiten. Man macht es mit einem Ziel: mich aus dem Amt zu befördern. Was ich besonders dreist finde: Jetzt spricht die SPÖ davon, dass all diese Ermittlungen dem Ansehen der Regierung und des Landes schaden, sagen aber nicht dazu, dass sie selbst Anzeige getätigt haben.“

Fast alles an dem Satz ist zwar falsch oder nur halb richtig, aber die Krone druckte die Worte des Kanzlers trotzdem.

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  3512 Wörter       18 Minuten

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