"Die schießen die Republik zusammen"

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat die Chats des einst mächtigen Justizbeamten Christian Pilnacek ausgewertet. Sie zeigen, wie er die Korruptionsbehörde WKStA verachtet hat, wie er für seine Frau bei der ÖVP intervenierte und wie er die Mails der Korruptionsjäger überwachen wollte.

Florian Klenk
02.06.2021

Vielleicht sollte man als Sektionschef des Justizministeriums kurz vor Mitternacht zu Bett gehen und keine Whats-App Nachrichten an einen Landeshauptmann schreiben, schon gar nicht, wenn es um eigene familiäre Interessen geht. Etwa den Job der Ehefrau.

Christian Pilnacek hat dieses Gebot nicht beherzigt. Und so tippte der mittlerweile suspendierte Sektionsleiter am achten Januar dieses Jahres um 23 Uhr 23 folgende Chatnachricht an den steirischen Landeshauptmann in sein Smartphone: „Lieber Herr LH, Prosit 2021 und viel Erfolg im Vorsitz der LH-Konferenz; möchte nur informieren, dass Präsident des OLG Graz ausgeschrieben ist; wäre Gelegenheit, das an unserer Familie begangene Foul auszugleichen; bitte um Deine Unterstützung; Caroline wäre wohl eine Wohltat für die Gerichtsbarkeit in der Grünen Mark; herzliche Grüße; Christian Pilnacek“.

Ein Justiz-Sektionschef interveniert beim ÖVP-Landeshauptmann dafür, dass seine Ehefrau, die Grazer Landesgerichtspräsidentin Caroline List, zur Präsidentin des Oberlandesgerichtes wird und damit den mächtigsten Gerichtsjob im Sprengel Steiermark und Kärnten bekommt?

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  2581 Wörter       13 Minuten

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