„Dieses Land ist systemisch kaputt“

Sieben Jahre lang hat Sepp Schellhorn zwei Leben geführt: als Neos-Abgeordneter und als Hotelier und Gastronom. Vergangene Woche hat der wortgewaltige Unternehmer seinen Rückzug aus der Politik erklärt. Ein Abschiedsgespräch

Eva Konzett, Josef Redl
POLITIK, FALTER 26/21 vom 29.06.2021

Dieses Bild von Sepp Schellhorn entstand bei den Dreharbeiten zum Musikvideo für Anna Mabos Song „Der Bär“ von Thomas Kranabetter (Foto: Thomas Kranabetter)

Sepp Schellhorn geht. Der 54-jährige Gastronom, Hotelier und – bis vor kurzem – Politiker legt sein Mandat im Nationalrat zurück. Sieben Jahre lang war Schellhorn für die Neos im Parlament als polternder Vertreter des Unternehmertums, feinsinniger Kulturmensch und Gottseibeiuns der Wirtschaftskammer aufgetreten. Am Mittwoch vergangener Woche gab er in einem Abschiedsbrief über Social Media seinen Rückzug aus der Politik bekannt. Das Interview wurde am Freitag via Zoom geführt.

Falter: Herr Schellhorn, seit gestern sind Sie kein Politiker mehr. Wie geht es Ihnen?

Josef Schellhorn: Ich bin erleichtert, dass der Tag vorbei ist und dass die Entscheidung gefallen ist. Ich bin schon in der Früh nach Salzburg zu meinen Betrieben gefahren. Ich bin in kein Loch gefallen, auf keinen Fall. Die Entscheidung fällt man ja nicht ad hoc, das hat Monate gedauert, wo ich einfach gemerkt habe, dass mir die Politik wahnsinnig viel Kraft nimmt und nicht mehr, wie in den vergangenen Jahren, Kraft gibt. Ich habe die Überdosis Gift zu sehr gespürt.

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  2859 Wörter       14 Minuten

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