"Jeder stolpert irgendwann einmal"

Zwei Polizisten misshandeln einen Tschetschenen. Dem Opfer glaubt niemand. Die Geschichte einer Odyssee

EVA KONZETT
Politik, FALTER 26/21 vom 30.06.2021

Foto: Privat

Es ist schon nach Mitternacht, als die drei Funkstreifenwagen am 13. Jänner 2019 vor dem heruntergekommenen Wohnblock in Simmering ankommen. Ein Notruf wegen Raufhandels hat sie hierhergebracht. Die acht Beamten klopfen an die Tür des vermeintlichen Tatorts, eine ehemalige Trafik. Es öffnen zwei Männer, streitlustig schauen sie nicht drein. Hinweise auf eine Schlägerei finden die Polizisten keine. Dafür aber zwei Glücksspielautomaten - illegal aufgestellt. Im Mistkübel liegt ein Telefon.

Der eine Mann ist Slowake, der andere der 28-jährige tschetschenische Kampfsportler Jusup S. Er nimmt das Handy an sich und entsperrt es. Die Polizisten finden "Aufnahmen, die auf illegales Glücksspiel hindeuten", so wird es die Staatsanwaltschaft später schreiben. Ihr Schriftsatz betrifft aber nicht die beiden vor Ort angetroffenen Männer. Es ist eine Anklageschrift gegen die Polizisten.

Denn was sich in der ehemaligen Trafik danach abspielte, hat eine Videokamera festgehalten. Sie zeigt, wie

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