Aristoteles im Kaffeehaus

Ab September bieten Österreichs Schulen Ethikunterricht an. Vorher noch eine grundsätzliche Frage: Wie ethisch sind unsere Bildungseinrichtungen?

EVA NOVOTNY
Stadtleben, FALTER 36/21 vom 08.09.2021

Für die Schulschwänzer gibt es als Strafe Tugendlehre. Ab September wird an Österreichs Schulen Ethik unterrichtet. Erstaunlicherweise nur für jene Schülerinnen und Schüler, die nicht den Religionsunterricht besuchen. Als Alternative zum Kaffeehaus, sagt unser Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) und meint damit jene, die sich vom Unterricht freistellen lassen und stattdessen spazieren gehen. Der Politiker könne sich vorstellen, dass die "Beschäftigung mit dem Transzendenten" als "Appetitanreger" für den Religionsunterricht wirke. Ethik als Vorstufe zur Religion?

Neben der Fehlauffassung, Ethik würde über "das Transzendente" verhandelt, wirft Fassmanns Wortmeldung weitere Fragen auf. Was hat der Minister gegen das Kaffeehaus, traditionell ein Hort geistiger Inspiration? Vor allem aber: Ist es die Aufgabe österreichischer Bildungspolitik, Religionen zu puschen? Ein historischer Schlenker zeigt, dass sich Faßmann auf dünnem Eis bewegt. Die Austrofaschisten hoben 1933 einen

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