Neue Platten

Feuilleton, FALTER 36/21 vom 08.09.2021

Pop

Kanye West: Donda

Rap-Genie, Performancekünstler oder gaga? Kanye West ist all das. Kreativ hatte er schon bessere Zeiten. Das überlange Workin-progress "Donda", benannt nach seiner Mutter, hat viel Leerlauf und problematische Gäste wie Marilyn Manson. Selten blitzt das alte Feuer auf. Das furiose "Jail", in dem Jay-Z sich und Kanye mit Moses und Jesus vergleicht, hätte auf dem Meisterwerk "My Beautiful Dark Twisted Fantasy"(2010) nicht gestört. Auch gut: "Jonah". Nur zwei Hits bei 27 Songs? Gott, hilf! (Good) SF


Jazz

Thomas Torstrup Quartet: Two Brothers

Torstrups Art, den Regen zu beschreiben, beginnt mit frohsinnigem Getröpfel und Maultrommel, gewinnt aber zusehends an Drive ("Transcribed Raindrops"). Unwetter sind angesichts dieses abwechslungsreichen und kurzweiligen Albums allerdings überflüssig, zeichnet es sich doch insgesamt durch Transparenz und Leichtigkeit aus, egal ob jazzmodernistische Wucht, sanguiner Swing oder lyrische Introvertiertheit die Oberhand behält (wie in dem Duo mit Trompeter Simen Kill Halvorsen). Amtlich! (NXN) KN


Lokal

Und de scheenen Hoa: Immer wieder neu

Es ist ein Album wie ein einziges, ergreifendes Lied. Oder ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen will. Katharina Pichlmayer -sie schrieb Text und Musik -, Adele Knall (kb) und Rici Kolck-Thudth (g) sind das Trio Und de scheenen Hoa. Zurückhaltend und im Mostviertler Dialekt besingt Pichlmayer eine Liebe, die vor allem von Sehnsucht und Hoffnung lebt. Steine und Sand, sodann Flieder und eine rote Schildkröte säumen die Geschichte, die auch viel über Wiener erzählt. (Medienmanufaktur) SP

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