„Das Wort Trauma haben wir nicht gekannt“

Der Soziologe Natan Sznaider über den Historikerstreit, seine Kindheit nach der Schoah, das Erlernen von Trauer und die postkolonialen Feinde Israels

Matthias Dusini
FEUILLETON, FALTER 41/21 vom 12.10.2021

Fast 80 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz lösen die Geschichtsbücher die persönliche Erinnerung der Zeitzeugen ab. Wessen wir heute gedenken sollen, ist derzeit Thema einer hitzigen Debatte, die auch „Zweiter Historikerstreit“ genannt wird. Auf der einen Seite stehen Historiker wie der Australier A. Dirk Moses oder sein US-amerikanischer Kollege Michael Rothberg (siehe Seite 34), die die Schoah mit einer globalen Gewaltgeschichte verknüpfen. Antisemitismus ließe sich demnach nicht von anderen Formen des Rassismus trennen. Doch kann man die Schoah überhaupt mit den Verbrechen der Kolonialzeit vergleichen?

Kritiker werfen Moses und Rothberg die Relativierung des Genozids an den Juden vor. Der Soziologe Natan Sznaider beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Erinnerung an Auschwitz. Im Zuge eines Wien-Aufenthalts sprach der Falter mit Sznaider über den Historikerstreit und angemessene Formen des Gedenkens.

Falter: Herr Sznaider, am 9.11. wird in Österreich der Pogromnacht 1938 gedacht. Was können solche Gedenktage bewirken?

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  2325 Wörter       12 Minuten

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