In der wirklichen Welt

Dem tansanischen Schriftsteller Abdulrazak Gurnah wurde der diesjährige Literaturnobelpreis zugesprochen

HELMUTH A. NIEDERLE
Feuilleton, FALTER 41/21 vom 13.10.2021

Die Entscheidung des Komitees in Stockholm ist ein Glücksfall für die Weltliteratur. Dass die verschiedenen afrikanischen Literaturen in unseren Breiten eher unbekannt sind, ist eine Tatsache. Es ist zu hoffen, dass daran die überraschende Verleihung des Nobelpreises an Abdulrazak Gurnah etwas zu ändern vermag.

Die Ehrung des 1948 auf Sansibar im Indischen Ozean geborenen Preisträgers, der in den späten 1960er-Jahren als Flüchtling von Tansania nach Großbritannien gelangte, könnte eine Chance sein, den Nachbarkontinent literarisch wahrzunehmen. Gurnahs Muttersprache ist Suaheli, seine Literatursprache jedoch Englisch. Nicht irgendein Englisch, das in den Ohren von Muttersprachigen in der Regel gewöhnungsbedürftig ist, sondern ein makelloses. Die Aneignung der Kolonialsprache als bewusst intendierter Emanzipationsprozess bedeutet, dass Gurnah sein Schreiben unserem Verständnis öffnet. Er versteht seine Sprachkompetenz als kulturpolitisches Statement, will weltweit verstanden

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  648 Wörter       3 Minuten

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