THEATER Kritik

Überschneidung, umständlich: urgeil

MARTIN PESL
Lexikon, FALTER 45/21 vom 10.11.2021

Zugegeben: Wenn Sie weder Bezug zu Fäkaliendramatik noch zu Sci-Fi-Kult haben, könnte es schwierig werden. Kennen Sie sich zumindest in einem der Bereiche ein bisschen aus, empfiehlt sich, wie Werner Schwab sagen würde, eine Einverleibung der neuesten Theaterfilmverwurstungshaftigkeit von Ernst Kurt Weigels Bernhard Ensemble.

Vor genau zehn Jahren verschnitt Weigel Arthur Schnitzler mit David Lynch, diesmal sucht er Gemeinsamkeiten zwischen Schwabs Biografie, seinem Stück "Übergewicht, unwichtig: Unform" und Ridley Scotts mythenumwobenem Streifen "Blade Runner" aus 1982. Und wieder einmal geht das "Mash-up", nach einem eher zähen Beginn, am Ende erstaunlich gut auf. Der Plot von "Blade.unwichtig": In einem steirischen Wirtshaus, das seit 15 Jahren Baustelle ist, beflegelt Ex-Blade-Runner Richi die anderen, ähnlich widerlichen Gäste, Zurückgelassene der großen Mars-Auswanderung. Ein Paar Replikanten kommt herein. Sie sind zu perfekt, um sie überleben zu lassen.

Besonders die Ensemble-Neuzugänge Sophie Resch und Yvonne Brandstetter punkten in Doppelrollen als schöne Roboter und schiache Echtmenschen. Insgesamt beeindruckt, wie der Einbau der Schwab-Sprache in improvisierte Textabsonderungen gelingt.

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