„Fossile Stoffe reichen bis in unsere Körper“

Die Kulturforscher Alexander Klose und Benjamin Steininger über Horror und Schönheit des Erdöls und den Ausgang der Klimakonferenz

Gerlinde Pölsler, Maria Motter
NATUR, FALTER 46/21 vom 16.11.2021

Benjamin Steininger (links) und Alexander Klose (rechts) bei der Ausstellung „Oil. Schönheit und Schrecken des Erdölzeitalters“ im Kunstmuseum Wolfsburg (Foto: Kunstmuseum Wolfsburg/Marek Kruszewski)

Kein anderer Stoff hat das moderne Leben so geprägt wie das Erdöl, sagen Alexander Klose und Benjamin Steininger: Wir kleiden uns darin, wir düngen unsere Pflanzen damit, wir reisen, kommunizieren und unterhalten uns dank ihm. Öl hat der Menschheit zuvor nie gekannte Freiheiten beschert. Aber auch Konflikte, Ungerechtigkeiten und Abgründe unserer Zeit gehen auf das „schwarze Gold“ zurück, und der Kampf gegen die Klimakrise und Plastikmüllberge macht nun den Abschied von ihm notwendig.

Benjamin Steininger, der als Wissenschafts- und Technikhistoriker und Kurator in Wien und Berlin lebt und arbeitet, sowie der Berliner Kulturforscher, Kurator und Publizist Alexander Klose haben das Forschungskollektiv „Beauty of Oil“ gegründet. Gemeinsam haben sie das Buch „Erdöl. Ein Atlas der Petromoderne“ verfasst, das in Deutschland zu einem der „25 schönsten Bücher 2021“ gekürt wurde. Es erzählt von Tiefenbohrungen, Raumfahrten und sagenhaftem Reichtum genauso wie von Blitzkrieg und Wertevernichtung.

Im Kunstmuseum Wolfsburg (Niedersachsen) läuft aktuell die von Steininger und Klose mitgestaltete Ausstellung „Oil. Schönheit und Schrecken des Erdölzeitalters“ (bis 9.1.2022). Aus einer fiktiven Zukunft wirft sie einen Blick zurück auf das Typische an der Erdölmoderne und darauf, wie sie sich in Kunst und Kultur widerspiegelt. Dem Falter haben Alexander Klose und Benjamin Steininger erklärt, warum wir mit dem Öl enger verflochten sind, als uns bewusst ist, warum wir uns gar so schwer von ihm trennen können und wie die Weltklimakonferenz in Glasgow zu bewerten ist.

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