Warum wir besseren Klimajournalismus brauchen

Kaum ein Medium, das noch kein Umweltressort gegründet oder einen Klimakrisenbeauftragten ernannt hat. Aber was macht guten „Green Journalism“ aus?

Katharina Kropshofer
MEDIEN, FALTER 46/21 vom 16.11.2021

Fotos: Screenshots (3), Faksimile

Der Sauerstoffgehalt im Raum dürfte die Anwesenden noch länger wachhalten. Palmen, Bäume, und Büsche umgeben die Journalisten und Journalistinnen im „Climate Hub“, den die New York Times nur wenige Gehminuten von der diesjährigen Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow aufgebaut hat. 3781 Pressevertreter haben sich für die diesjährige Weltklimakonferenz angemeldet. So viele wie noch nie. Die New York Times ist die einzige Nachrichtenorganisation mit Indoor-Wald. Aber sie ist schon lange nicht mehr das einzige Medium, das auf intensive Berichterstattung über die Klimakrise setzt.

Vor etwa einem Jahr brachte mich ein Gefühl mit zwei Gleichgesinnten zusammen: das Gefühl, dass Medien ihrer Verantwortung in der Berichterstattung rund um die Klimakrise nicht gerecht werden. Ein paar Schwerpunkte, Beiträge über Unwetter, die mit der Klimakrise zusammenhängen könnten, vereinzelt ein Foto eines Eisbären, der verloren auf seiner Eisscholle sitzt: Es war das Gefühl, dass das nicht reicht. Dass die Klimakrise nicht eine Geschichte wie jede andere ist. Dass fehlende Kontextualisierung und die Vereinfachung wissenschaftlicher Erkenntnisse ein verzerrtes Bild der Realität zeichnen. Dass das Bewusstsein, was diese Krise für unser Leben auf diesem Planeten bedeutet, unter Journalisten oft fehlt.

Wir gründeten das Netzwerk Klimajournalismus, ein Versuch, diese Bewusstseinslücke zu schließen. Wir brachten meist um die 20 Journalisten und Journalistinnen – von Neueinsteigern hin zu erfahrenen Kennern – aus rund zehn Medien zusammen und diskutierten, wie eine andere, angemessene Klimaberichterstattung aussehen könnte. Nicht nur, aber auch, um der eigenen Angst vor den Folgen dieser Krise mit aktivem Tun entgegenzuwirken. Innerhalb eines Jahres wurden aus den monatlichen Online-Treffen Workshops, Podiumsdiskussionen und Anfragen an unsere Mitglieder, als Experten und Expertinnen zum Thema zu sprechen. Der Aufbau und die Begleitung eines Momentums.

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