Naschkatzen gegen Orang-Utans

Lebkuchen, Kipferl, Keks: Für Naschzeug geht viel Palmöl drauf, für Palmöl fallen Regenwälder. Was tun?

Gerlinde Pölsler
NATUR, FALTER 48/21 vom 30.11.2021

Jetzt stapeln sie sich wieder vor den Supermarktkassen: die Nikoläuse, Keksmischungen und Vanillekipferln. In einem Gutteil davon ist Palmöl versteckt. Bei Zimtsternen, Spekulatius und Vanillekipferln enthält sogar die Mehrheit Palmöl, wie die Zeitschrift Konsument in einem Test vor zwei Jahren herausfand. Immerhin kommen Dominosteine und Lebkuchen öfter ohne das tropische Öl aus.

Jedes zweite Supermarktprodukt enthält heute Palmöl. Die hergestellten Mengen haben sich seit 2003 auf rund 75 Millionen Tonnen fast verdreifacht. Die Ölpalmenplantagen schlagen tiefe Schneisen in die Landschaften und Gesellschaften ihrer Hauptanbauländer Indonesien und Malaysia: Regenwälder werden niedergebrannt und Menschen vertrieben. Ohnehin bedrohten Tierarten wie dem Orang-Utan, dem Sumatra-Tiger und dem Elefanten wird der Lebensraum weggerodet. Dabei ist Palmöl keineswegs per se schlecht: Die Ölpalme ist unschlagbar ergiebig. Was also können ökologisch bewusste Naschkatzen tun?

Palmöl steckt zwischen den dünnen Waffeln der Manner-Schnitten, in Oreo-Keksen und es lässt den Schokoüberzug der Dragee Keksi so schön schmelzen. Tonnenweise landet es auch in Fertigpizza und Margarine, Hundefutter, Haarshampoo und Waschpulver. Palmöl ist nämlich nicht nur besonders effizient, sondern auch geruchs- und geschmacksneutral, hält lange und ist bei Zimmertemperatur weder zu fest noch zu flüssig, sondern schön cremig. Sein zweiter großer Einsatzort neben Lebensmitteln und Haushaltswaren ist der Autotank: Gut die Hälfte allen verwendeten Palmöls landet in Biotreibstoffen.

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