Weiße Pferde, dunkle Geschäfte

Der Aufsichtsratschef der Spanischen Hofreitschule hat das Privatpferd seiner Tochter auf Steuerkosten ausbilden lassen. Ein sehr österreichischer Skandal

Eva Konzett, Fabian Graber
STADTLEBEN, FALTER 48/21 vom 30.11.2021

Foto: renevanbakel.photo/Spanische Hofreitschule

Die Kapriole: Der Hengst springt in die Luft und schlägt am höchsten Punkt der Flugbahn die Hinterbeine aus. Die Levade: Das Tier steigt, die Vorderbeine synchron abgewinkelt, es verharrt ein paar Sekunden in dieser Stellung. Die Courbette: Das Tier überschlägt sich fast, nur um dann auf zwei Beinen nach vorne zu springen. Einmal. Zweimal. Ein drittes Mal. Das ist die „Schule über der Erde“, die höchste Stufe der Reitkunst.

Die mittelalterliche Kriegskavallerie hat sie begründet, die Herrschaftshäuser Europas haben sie zum höfischen Zeitvertreib veredelt. Die österreichische Krone ließ dafür eigens die Rasse der Lipizzaner züchten.

Kaiser Franz Joseph I. hat sich Ende des 19. Jahrhunderts nur noch weiße Hengste gewünscht, er dünnte die Zuchtlinien aus, nur noch Schimmel sollte es für die Spanische Hofreitschule geben. Heute stehen dafür Touristen am Michaelerplatz Schlange.

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  2047 Wörter       10 Minuten

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