Das bleibt von Sebastian Kurz

Der einst so bestaunte politische Wunderknabe tritt von der politischen Bühne ab. Er hinterlässt ein verwundetes und gespaltenes Land und eine schwer angeschlagene Volkspartei.

Barbara Tóth
02.12.2021

Archivfoto (2017): Christian Wind

Also doch nicht mehr als 10 Jahre: In seiner kurzen Abschiedsrede erinnerte Sebastian Kurz noch einmal daran, dass er einst angekündigt hatte, er wolle nie länger als eine Dekade Politiker sein. „Es gibt so viel Schönes abseits der Politik“, vor allem, wenn man gerade Vater geworden sei, erzählte er. Das Gefühl, „gejagt zu werden“, habe seine Begeisterung für die Politik zuletzt eingebremst. Er wolle alle Vorwürfe vor Gericht aufklären. Er sei weder „Heiliger noch Verbrecher“.

Vom Wunderkind zum Paria, in nicht einmal fünf Jahren: Die Karriere des Sebastian Kurz war so steil wie ungewöhnlich. Und wie es bei vermeintlichen Heldenfiguren wie ihm so ist, stürzen sie nicht alleine, sondern ziehen auch ihr Umfeld mit in den Abgrund.

Es gibt noch keinen einheitlichen Begriff für die Affäre, die Kurz politische Karriere so abrupt beendete. Wikipedia nennt sie die „ÖVP-Korruptionsaffäre“, andere Medien sprechen von der „Chat-Affäre“ oder der „Österreich-Affäre“. Der Skandal, der Kurz zu Fall brachte, spielt sich im Bermudadreieck rechtspopulistischer Politik ab: zwischen Parteiinteressen, Staatsmacht und Medienwillfährigkeit. Das macht seinen Abgang zu einer Zäsur – für die ÖVP, mehr noch für Österreich und sein reformbedürftiges polit-mediales System.

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  1543 Wörter       8 Minuten

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