„Vielleicht wird eh alles gut“

Gerald Votava hat aus späten Gedichten von Christine Nöstlinger berührende Lieder gemacht. Ein Gespräch über die Besonderheit der Wiener Autorin, Kultur als soziales Bindemittel und Votavas Schulzeit im Internat

Gerhard Stöger
FALTER:WOCHE, FALTER 50/21 vom 14.12.2021

Foto: Heribert Corn

Gerald Votava posiert vor dem Wiener Rabenhof für Fotos, als eine ältere Frau vorbeikommt. Ob er ihre Einkäufe die Stiege hinauftragen könne? Der Schauspieler, Musiker, Moderator und Kabarettist packt hilfsbereit an. „Passen S auf, der klaut alles!“, scherzt der Fotograf. „Wos wü ea ma denn stöhn?“, zeigt sich die Frau unbeeindruckt. „Mei Krautheipl?“

Christine Nöstlinger hätte diese Begegnung vermutlich gefallen. 2011 wirkte Votava im Stück „Iba de gaunz oamen Leit“ mit, einer Rabenhof-Produktion, die auf Texten der im Juni 2018 verstorbenen Wiener Autorin basierte; 2016 verkörperte er in „Maikäfer flieg“, Miriam Ungers Verfilmung von Nöstlingers Kindheits-Kriegserinnerungen, ihren Vater. Unter dem Titel „A schenes Lem!“ hat der 51-Jährige nun ihre letzte künstlerische Arbeit berührend vertont: Dialekt-Gedichte, die 2019 posthum unter dem Titel „Ned, dasi ned gean do warat“ als Buch erschienen sind.


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Falter: Herr Votava, kurz vor ihrem Tod im Jahr 2018 hat Christine Nöstlinger Ihnen neue Dialektgedichte zur Vertonung in die Hand gedrückt. Woher kannten Sie die Wiener Autorin?

Gerald Votava: Die Geschichte unserer Beziehung beginnt 2011 in einem österreichischen Ministerium. Christine Nöstlinger hat eine staatliche Auszeichnung bekommen, und weil wir im Rabenhof damals gerade das Stück „Iba de gaunz oamen Leit“ machten, durfte ich bei der Preisverleihung ein Lied daraus vorgetragen.

Bei Ihrer ersten persönlichen Begegnung haben Sie Nöstlinger also angesungen?

Votava: Genau. Sie saß in der ersten Reihe, unsere Blicke haben sich getroffen, und sie hat so lieb gelacht mit ihren schönen Augen. Eine Reihe von Arbeiten folgte, der Begriff „künstlerische Freundschaft“ trifft unsere Beziehung ganz gut. Toll war das, sehr vielseitig, offen und besonders. Ich bin ihr sehr dankbar.

Sie hatten ab 2011 regelmäßig Kontakt?

Votava: Wir haben uns viel ausgetauscht, ich war immer wieder bei ihr zu Besuch. Ihr Blick auf die Welt, ihre Sprache, ihre Art zu erzählen, aber auch ihre gesellschaftlichen und politischen Einschätzungen, das war unglaublich reichhaltig und pointiert. Man hätte alles mitschreiben können, egal, ob es um die Menschen in ihrem Wohnhaus ging oder um österreichische politische Biografien seit den 60er-Jahren. In ihren letzten Lebensjahren ist sie ja kaum mehr aus dem Haus gegangen, ihr Zug in die Öffentlichkeit und zur Bühne war aber auch davor nicht allzu ausgeprägt. Oder zur Selbstdarstellung ganz allgemein.

Sind Sie mit ihren Büchern aufgewachsen?

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Votava: Durchaus, ja. Vor allem aber bin ich als Erwachsener in ihre Dialektlyrik hineingekippt. Einige Kinderbücher habe ich auch nachgelesen, nachdem sie mir ihre Entstehungsgeschichte erzählt hatte. Ihr Interesse hat jenen gegolten, die nicht oder nur als unangenehm wahrgenommen werden. Da hat sie hingeschaut, und das konnte sie auf ganz besondere Weise beschreiben und lebendig machen. Sie hat von Menschen erzählt, die in starren Strukturen gefangen sind. Und sie hat Figuren geschaffen, die das aufweichen und Kindern helfen, sich zu bewegen und zu entwickeln. Dass man sich besser fühlt, nicht einsam.

„Iba de gaunz oaman Kinda“, „Iba de gaunz oaman Fraun“ und „Iba den gaunz oaman Mauna“, Nöstlingers Trilogie mit Dialektgedichten, ist im Zeitraum von 1974 bis 1987 erschienen. Wie kam es zum späten vierten Zyklus?

Votava: Ich vermute, dass es ihr einfach Spaß gemacht hat. Sie würde fast nichts mehr schreiben, sondern den Computer wie einen Feind umschleichen, hat sie damals in Interviews und auch im persönlichen Gespräch gemeint. Und eines Tages hat sie mich angerufen und gesagt: „Gerald, ich hab was!“ Das waren diese 22 Blätter, die jetzt zu den 22 Liedern geworden sind. Ein einziges Mal haben wir sie noch gemeinsam gelesen und über den Plan gesprochen, dass sie vertont erscheinen.

Was zeichnet Nöstlingers Sprache bei diesen Gedichten aus?

Votava: Die Klarheit, in der aus so wenigen puristischen Sätzen derart illustrative Bilder, Emotionen und Zustände entstehen. Wie kaum jemand hatte Nöstlinger die Gabe, die richtigen Worte zu verwenden, wodurch sehr viele sinnliche Assoziationen entstehen. Und sie scheute sich nicht, empathisch in die ärgsten Figuren hineinzugehen. Etwa in „Ea hod ia a Messa in Bauch grennt“.

Haben Sie mit ihr auch über Musik gesprochen?

Votava: Immer wieder, sie hat gern Musik gehört. Traditionellen Jazz etwa, Duke Ellington hat ihr der Vater gezeigt. Leonard Cohen hat sie verehrt, da war sie im Konzert, als er in späten Jahren wieder auf Tour ging. Georg Danzer mochte sie ebenfalls. Aber gut, über Danzer müssen wir eh nicht reden. Obwohl er einer der Stilleren im Austropop war, wird sein Werk noch lange nachwirken.

Seit Nöstlingers Tod sind dreieinhalb Jahre vergangen. Fiel Ihnen die Vertonung denn so schwer?

Votava: Nein, den Sound der Gedichte hatte ich durch die gemeinsame Lektüre ja im Ohr, die Verzögerung hatte andere Ursachen. Unter anderem war mir lange unklar, in welcher Besetzung die Aufnahme erfolgen sollte. Dann kam die Pandemie, und man war mit einem Mal auf sich selbst zurückgeworfen. Also habe ich mir ein Studio hergerichtet und die Lieder so puristisch wie möglich aufgenommen, korrespondierend mit den Texten. Die Liveumsetzung wird mehr Rock ’n’ Roll haben, neben Walther Soyka an der Knöpferlharmonika, der letztlich auch auf dem Album zu hören ist, wird da noch Maria Petrova am Schlagzeug mitwirken.

Hatten Sie bei der Vertonung Vorbilder?

Votava: Natürlich würde ich gern wie die göttliche Billie Holiday singen können oder zumindest wie Leonard Cohen brummen, es gibt viele unerreichbare musikalische Leuchttürme. Das geht sich dann halt leider nicht aus, aber ich kann mir zumindest anhören, wie Cohen seine Geschichten erzählt. Die Ruhe in seinen späten Liedern.

Welche Rolle spielt Musik in Ihrem Leben?

Votava: Sie war von klein auf immens wichtig. Schon als Kind gab es Momente, wo Musik in mich hineingefahren ist und Kräfte in mir ausgelöst hat. „Way Down“ war so ein Initialerlebnis, die letzte Single, die Elvis Presley zu Lebzeiten veröffentlicht hat. Auch Udo Jürgens hat mich in jungen Jahren sehr angesprochen, bis heute mag ich Schlager, die einen Konnex zum Chanson haben. 1982 habe ich die Rolling Stones im Praterstadion gesehen, 1983 dann Nena in der Stadthalle. Ich war damals schon Internatsschüler im Kollegium Kalksburg, aber für Nena gab es eine Ausgeherlaubnis. In der Unterstufe folgte eine intensive Auseinandersetzung mit Musik der Sixites, dazu die üblichen Verdächtigen wie David Bowie. Etwas später trat Nick Cave in mein Leben, auch Talk Talk, The The oder Les Rita Mitsouko.

Sie sind mit zehn ins Internat gekommen. Wie haben Sie diese Zeit in Erinnerung?

Votava: Kurz gefasst: Leicht war es nicht. Aber das Internat hat mir auch viel eröffnet, große Freundschaften etwa, die Jahrzehnte überdauern sollten. Ich hatte dort meine ersten Bands und einen Proberaum. Im Austausch dafür mussten wir bei den rhythmischen Messen musizieren. Wie das halt so ist: Man kann in die ärgste Schule gehen, ist aber eine Lehrkraft leiwand drauf, lernst du durch ihre Unterstützung, damit umzugehen. Weil dich jemand sieht, deine Talente erkennt und fördert, weil dir diese Person hilft, deine Schwächen zu überwinden. Die Jesuiten waren zu meiner Zeit noch sehr präsent, dieses Werkl und diese Haltung kennenzulernen, war nicht unspannend.

Haben Sie gegen dieses „Werkl“ als Jugendlicher rebelliert?

Votava: Meine Klasse war schon renitent. In der Fünften, mit 15, ist die Hälfte von uns mit schlechten Noten rausgeflogen. Ich konnte aber bleiben, weil ich es immer irgendwie geschafft habe, dass mein Zeugnis nicht ganz so übel ausfiel. Und ich hatte ja meine Freiheiten: die Musik, den Proberaum, und nachts konnte ich heimlich durchs Fenster flüchten.

Wohin führten diese Fluchten?

Votava: Bevorzugt ins U4. Dort habe ich so manche Nacht verbracht, mit der ersten 60er-Straßenbahn ging es im Morgengrauen dann zurück ins Internat – und nach einer Stunde Schlaf in die Schule. Mein Turnprofessor hat mich nicht nur einmal vor versammelter Klasse als höchstwahrscheinlich drogensüchtig hingestellt, weil ich im Unterricht immer so müde war.

Sie sind 1970 geboren, also noch lange vor Internet und Kabelfernsehen aufgewachsen. Haben Sie als Kind nach der Schrift oder im Dialekt gesprochen?

Votava: Ich bin in Ottakring, in der Nähe der Manner-Fabrik, aufgewachsen und habe als Kind viel Zeit mit meiner Oma in Meidling verbracht, die kein Hochdeutsch konnte. Wiener Dialekt war also die erste Sprache, die ich gehört habe, gleichzeitig sind wir Kinder angehalten worden, nach der Schrift zu sprechen. Das hatte wohl mit gesellschaftlichen Aufstiegschancen zu tun, und wie man heute sieht, war es nicht der falscheste Weg. So hat sich die Umgangssprache ja seitdem entwickelt. Aber der Dialekt hat einfach eine ganz andere Kraft als Hochdeutsch. Als Schüler und dann Student habe ich in den Sommerferien beim Billa als Regalbetreuer gearbeitet, was natürlich ein totaler Kontrast war. Für mein Hochdeutsch wurde ich dort gern und liebevollst verarscht: „Heasd Bleistiftakrobat, hackl wos, schlofsd daun ee wiida zeen Monat auf da Uni!“

Eigentlich sollte das Nöstlinger-Album Anfang Dezember im Rabenhof live vorgestellt werden. Hat Sie der vierte Lockdown überrascht?

Votava: Wenig. Ich versuche, offen durch die Welt zu gehen und mit unangenehmen Nachrichten gut zurechtzukommen. Die Pandemie ist schon eine Übung in Stressresistenz. Vom gesundheitlichen Aspekt einmal ganz abgesehen, ist sie aber natürlich dramatisch für alle Menschen, die, wie ich auch, in Bereichen arbeiten oder sein wollen, bei denen es um gemeinsames Erleben geht. Ob man sich nach einer kulturellen Veranstaltung austauscht oder nicht, sie sorgt in jedem Fall für ein Zusammenkommen. Du kannst nicht alles über Geräte machen, sie sind kein Ersatz für Begegnungen.

Neben dem eigentlichen künstlerischen Aspekt geht es Ihnen beim Thema Kultur also stark auch um das Soziale?

Votava: Das finde ich enorm wichtig, ja. Natürlich kann ich mir den größten Bildschirm ins Wohnzimmer hängen und Filme dort anstatt im Kino sehen. Aber du wirst daheim keine besondere Vorstellung haben, keine Publikumsgespräche, keine Zufallsbegegnungen, die zu einem Austausch führen. All das erweitert dich aber! Die Idee ist Jahrtausende alt, dass Menschen zusammenkommen, sich verkleiden und was auch immer aufführen und erleben: Ein Theaterstück, Musik, selbst religiöse Zusammenkünfte fallen da hinein, obwohl ich an keinen Gott glaube. Wir sind soziale Wesen, und dass die Pandemie in dieser Hinsicht niemandem guttut, ist ja offensichtlich.

Gesellschaftliche Verwerfungen haben Nöstlinger stark beschäftigt, eine heile Welt findet sich in ihren Büchern kaum. Wie schätzen Sie die vielbeschworene „Spaltung der Gesellschaft“ ein?

Votava: Diese sogenannte Spaltung ist auch eine bequeme Oberfläche, die verhindert, sich tiefergehend mit aktuellen Prozessen auseinanderzusetzen.

Was passiert gerade?

Votava: „I frog mi imma, wos is schlimma: bes oda bled?“, heißt es in einem der Lieder. Das meint zwar etwas anderes, denn bei Christine Nöstlinger kommt die Erzählerin im Lied zum Schluss, dass sie angesichts des Laufs der Dinge lieber böse als blöd wäre, man sich das aber nicht aussuchen könne und sie letztlich eh gern die Blöde sei. Derzeit ist es allgegenwärtig, einander wegen bestimmter Haltung als „böse“ oder „blöd“ zu beschimpfen. Besser wäre vielleicht zu schauen, wie wir als Gesellschaft gemeinsame Wege finden. Das ist eine politische Aufgabe, die viel mit Sprache zu tun hat: Wie redet man über etwas? Was bedeuteten und welche Rolle spielen Begriffe wie Toleranz, Akzeptanz und Solidarität?

Allzu gut sieht es gegenwärtig nicht aus, im Kleinen wie im Großen. Welches Kraut ist gegen das Böse gewachsen?

Votava: Es wäre historisch nichts Neues, dass alles an die Wand gefahren wird. Wie oft haben sich Gesellschaften schon entwickelt und sind dann wieder degeneriert? Der Kontrast und gleichzeitig die Wechselwirkung zwischen den Bösen und den Blöden ist wichtig. Seit es schriftliche Aufzeichnungen gibt, ist etwa die Befreiung aus der Sklaverei ein Thema. Weltweit abgeschafft ist sie nach wie vor nicht, auch wenn sie inzwischen versteckter stattfindet. In Fußballstadien, die für eine Weltmeisterschaft in der Wüste gebaut werden, oder in Sweatshops, in denen unter verheerenden Bedingungen gearbeitet wird.

Alles oasch also?

Votava: Nicht zwangsläufig. Vielleicht bietet uns die Globalisierung gegenwärtig die historische Chance, alles anzuschauen und zu verändern. Vielleicht wird eh alles gut, vielleicht lernen jene, die leiser und zu konstruktiver Konfliktbewältigung fähig sind, gerade zusehends, sich gegenseitig zu stärken und zu organisieren. Mit jüngeren Generationen formt sich derzeit sehr viel neu, und das gibt Hoffnung.

Sie strahlen Ruhe und Gelassenheit aus. Allzu viel konnten Ihnen die zwei Jahre Pandemie nicht anhaben?

Votava: Der Rahmen, in dem mein Leben stattfindet, hat sich enorm verändert, und ich habe viel daraus gelernt. Was aber nichts daran ändert, dass es auf die Frage „Wie geht’s dir mit der Pandemie?“ eigentlich nur eine Antwort geben kann: „Na, am Oasch geht’s ma!“ Derzeit legt sich Corona über alles, ich fürchte aber, dass die aktuellen Problemstellungen komplexer sind als „impfen oder nicht impfen?“. Ich bemühe mich immer, unterschiedliche Sichtweisen zu verstehen und zu akzeptieren, aber momentan gibt es einfach urviele große Fragen und sehr viele ungelöste Verhältnisse. „Es drad si ollas ums Göd“ ist, mit Nöstlinger gesprochen, nicht der schlechteste Ansatz, um zu verstehen, was auf der Welt passiert.

Ihr Debüt als Musiker ist 2011 mit dem Album „Elf“ düster ausgefallen. Gute-Laune-Granate ist nun auch „A schenes Lem!“ keine. Fröhliche Lieder gehen Ihnen nicht so leicht von der Hand?

Votava: Als Jugendlicher habe ich urviele depperte Lieder gemacht, aber nie aufgenommen. Sie sind einfach so aus mir herausgekommen, und als Erwachsener hat sich das grundlegend geändert. Es wird schon seine Richtigkeit haben, aber eine Platte zum Tanzen, vielleicht auch mit wenig Text, würde mir durchaus gefallen. Lustige Musik ist mir alles andere als fremd. Ich bin ein großer Fan von Helge Schneider, als Kind habe ich Fredl Fesl und Otto Waalkes verehrt. Die Nöstlinger-Texte haben aber tatsächlich keinen anderen Umgang erlaubt: Die Geschichten erzeugen eine Atmosphäre, und der folgt man dann natürlich.

Mit unter anderen Manuel Rubey und Clara Luzia spielen Sie in der Allstar-Band Familie Lässig, die Anfang 2022 ihr zweites Album herausbringt und wieder auf Tour geht. Gute Laune im Musikkontext findet bei Ihnen eben dort statt?

Votava: Definitiv, ja. Das ist eine andere Welt, wie etwa auch die aktuelle Familie-Lässig-Single „Besserwisser“ zeigt. „I bin’s, dei Almanach, mir ist wirklich nichts zu zach, i red di butterwach“ hat Clara ihre Kritik an Mansplaining da in einen eingängigen Refrain verpackt. Ich hoffe, unsere Tour kann wie geplant ab Jänner stattfinden. Das Nöstlinger-Programm soll nun am 14. Februar live im Stadtsaal erklingen und bald auch im Rabenhof nachgeholt werden. Schön fände ich auch wieder einmal eine Matinee. Eine Zusammenkunft sonntags um elf Uhr am Vormittag würde vielleicht gut zu „A schenes Lem!“ passen. Ernste Lieder vor konzentriertem Publikum, warum nicht?F


Zur Person
Gerald Votava, 1970 in Wien geboren, ist Schauspieler, Moderator, Musiker und Kabarettist. Nach der Schulzeit im Internat des Kollegium Kalksburg studierte er vorübergehend Jus und Psychologie. In den 1990ern wurde er als Radiomoderator (Ö3 und FM4) sowie als Teil der Dada-Entertainer Projekt X bekannt. Sein erstes Soloprogramm hieß 1997 „Geráld & Chantal“, 2015 folgte „Narzissmus und Tiere“. Sein Debüt als Songwriter gab Votava 2011 mit dem Album „Elf“


Zur Platte
„A schenes Lem!“ (Bader Molden Recordings) bietet stimmungsvoll reduziert arrangierte und gefühlvoll gesungene Vertonungen der letzten Dialekt-Gedichte von Christine Nöstlinger. Wenige Worte genügen, um Geschichten zu erzählen oder den Weltenlauf zu reflektieren. Manche Stücke bleiben Miniaturen, andere werden zu regulären Songs, Schnickschnack und Firlefanz bleiben sprachlich wie musikalisch stets außen vor. Tolles Album, bitte in der Nähe von Voodoo Jürgens und Georg Danzer einordnen


Termine
Gerald Votava, Walther Soyka & Maria Petrova: „A schenes Lem! – Die Nöstlinger-Songs“: am 14.2. um 19.30 Uhr im Wiener Stadtsaal

Der Stream einer „Buttersession“-Konzertaufzeichnung von Votava, Soyka & Petrova aus dem Wiener Lokal Schmauswaberl ist verfügbar unter buttersessions.at

Mit der Band Familie Lässig veröffentlicht Gerald Votava am 7. Jänner das neue Album „Eine heile Welt!“, die Termine der geplanten Österreich-Tournee finden sich unter familielaessig.com

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