Schlecht drauf am Blue Monday? Wir haben Tipps für Sie

Heute ist Blue Monday – der Tag, an dem die Stimmung der Leute angeblich ihr Jahrestief erreicht. Was an dieser Behauptung dran ist, und was Sie gegen winterlich-depressive Verstimmung tun können.  

Soraya Pechtl
FALTER.MORGEN, 17.01.2022

Blue bedeutet im Englischen auch traurig oder deprimiert © pixabay

Die Feiertage vorbei, das Wetter trist und die Neujahrsvorsätze bereits wieder vergessen: Anhand dieser Faktoren will der Psychologe Cliff Arnall im Jahr 2005 herausgefunden haben, dass der dritte Montag des Jahres stimmungsmäßig der Tiefpunkt des Jahres ist.

Arnall musste dafür einiges an Kritik einstecken. Nicht nur, dass es keinen wissenschaftlichen Beleg für seine Formel gibt – er hatte sie sich zudem für die PR-Abteilung eines Reiseunternehmens ausgedacht. Dennoch hatte seine Aktion etwas Gutes: Der Blue Monday ist in den vergangenen Jahren zum Aktionstag gegen Einsamkeit und Depressionen geworden.

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Während der Corona-Pandemie haben psychische Probleme zugenommen. „Viele Menschen, die vorher schon depressiv waren, gehen jetzt noch weniger raus. Dieser selbstgewählte Rückzug hat sich verstärkt”, sagt Günter Klug, Präsident von pro mente Austria, dem Dachverband für Vereine und Gesellschaften für psychische und soziale Gesundheit.

Wir haben deshalb ein paar Tipps und Anlaufstellen, an die Sie sich wenden können, wenn es Ihnen schlecht geht (nicht nur am Blue Monday):

  • Ein gutes Gespräch führen: Wenn Sie gerade keinen Gesprächspartner zur Hand haben, können Sie anonym und kostenlos beim Caritas Plaudernetz (05 1776 100), bei der Initiative Reden tut gut (01 35 844) und der Corona-Sorgenhotline (01 4000 53 000) anrufen und sich mit den freiwilligen Mitarbeitern unterhalten, die dort Dienst tun. Beim Plaudertischerl der Diakonie geht das auch per Videoschaltung über Zoom.
  • Alte Freunde treffen: Sind Ihre Sozialkontakte während der Lockdowns auch ein wenig eingeschlafen? Dann ist es Zeit, sie zu reaktivieren. Denn: „Der erste Schritt besteht darin, Verhaltensmuster zu erkennen und rechtzeitig anzufangen, etwas gegen die Einsamkeit zu tun”, sagt Petra Fasching vom Caritas Plaudernetz.
  • Neue Bekanntschaften knüpfen: Zugegeben, das ist gar nicht so einfach. Besonders armutsbetroffene Menschen sind von der Teilhabe an sozialen Aktivitäten oft ausgeschlossen. Auf Plattformen wie Wien-Gemeinsam-Erleben und Neu in Wien können Sie aber Menschen kennenlernen und gemeinsame Aktivitäten planen. Kostenlose Kulturveranstaltungen finden Sie auch hier. Günter Klug empfiehlt, sich in jungen Jahren ein stabiles Netzwerk aufzubauen, um Alterseinsamkeit vorzubeugen.
  • Professionelle Hilfe suchen: Manchmal ist das der einzige Weg aus einer Krise. Hier finden Sie Selbsthilfegruppen und weitere Anlaufstellen in Wien. Wohnungslose und nicht-versicherte Menschen können sich an die Praxis Psychische Gesundheit des Neunerhauses wenden.

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