Nur mal schnell die Welt retten

Der Klimarat der Bürgerinnen und Bürger soll neuen Schwung in die Klimapolitik bringen. Wird das gutgehen?

Benedikt Narodoslawsky, Katharina Kropshofer
NATUR, FALTER 03/22 vom 18.01.2022

Madeleine ist ein Neuling beim Klimathema, freut sich aber, mehr zu lernen (Foto: Katharina Gossow)

Eins bis maximal zwei. Höher würde Madeleine ihren Wissensstand übers Klima auf einer Skala von eins bis zehn nicht bewerten. „Bei uns in Ried im Inn­kreis ist Klima kaum Thema. Da kenn’ ich mich nicht aus.“ Nur aus Schärding hört sie immer wieder einmal von heftigen Hochwassern. Die gibt es nun öfter. Und beim Skifahren, da ist ihr auch aufgefallen, dass die Gletscher zurückgegangen sind.

Im Herbst 2021 hielt Madeleine plötzlich einen blauen RSb-Brief in der Hand. Die Statistik Austria lud die 52-Jährige ein, als Teil einer breiten, bunten Gruppe beim Klimarat der Bürger und Bürgerinnen teilzunehmen. Nun sitzt sie hier, im großen Saal des Wiener Hilton-Hotels an der Donau, und wird Teil eines demokratischen Experiments, das es auf Bundesebene noch nie gegeben hat. Ausgerechnet sie soll nun über die Klimapolitik des Landes mitbestimmen. 100 Menschen, zwischen 17 und 79 Jahre alt, von Langenzersdorf bis Wolfgangsee und mit verschiedenem sozioökonomischem Status, diskutieren an sechs Wochenenden eine Frage: Wie kann Österreich bis 2040 klimaneutral werden?

Im Saal sitzt Ayse neben Franz, Jagdjanker neben Blazer, Rauchfangkehrer neben Kindergärtnerin. Die Bürger bilden ein Mini-Österreich ab und wurden in einem statistischen Auswahlverfahren ausgelost. Ausgewählt zu werden ist unwahrscheinlicher als ein Lotto-Fünfer. Die Bezahlung dafür schlechter. 100 Euro bekommen die Klimaräte in spe pro Wochenende als Entschädigung. Dazu die Übernachtung samt Anreise per Zug – und motivierende Worte vom Bundespräsidenten.

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