„Wird das je wieder?“

Die deutsche Rockgruppe Tocotronic veröffentlicht ein Album über Krisen und Verletzlichkeit, „Nie wieder Krieg“. Sänger Dirk von Lowtzow über antiautoritäre Höflichkeit, Impfkampagnen, Punk und Disziplin

Gerhard Stöger
FEUILLETON, FALTER 03/22 vom 18.01.2022

Foto: Gloria Endres de Oliveira

Arbeitstage von Rockmusikern sehen bisweilen seltsam aus. Dirk von Lowtzow etwa hat vor dem Gespräch mit dem Falter 750 Vinyl-Deluxe-Boxen von „Nie wieder Krieg“ unterschrieben, dem 13. Album seiner Gruppe Tocotronic, das am 28. Jänner erscheinen wird. Wie er eine derartige Tätigkeit als junger Indierocker zu Zeiten der Bandgründung 1993 kommentiert hätte? Den Sänger, Gitarristen und Songwriter kostet diese vermeintlich provokante Frage nur ein Lachen. „Wir hatten bereits ganz zu Beginn selbstgebastelte Autogrammkarten“, erzählt der 50-Jährige. „Ganze Nachmittage haben wir damit zugebracht, Fix-und-Foxi-artige Figuren von uns auf Kärtchen zu zeichnen und für die 50 Leute zu unterschreiben, die uns kannten. Insofern hat sich nicht wahnsinnig viel verändert.“ Das Interview fand telefonisch statt. Per Zoom könne er keinen klaren Satz formulieren, entschuldigte sich Dirk von Lowtzow im Vorfeld. Das Gendersternchen, das die Band in ihrer schriftlichen Kommunikation verwendet, nutzt er auch im Gespräch konsequent.

Falter: Herr von Lowtzow, wie geht es Ihnen?

Dirk von Lowtzow: Im Augenblick ziemlich gut. Ich bin zuhause, und wir haben gestern geprobt, was immer sehr schön ist. Unser Gitarrist Rick kommt dafür von Hamburg nach Berlin gefahren und übernachtet dann bei mir, meistens schauen wir uns noch einen Film an und essen Pizza. Derzeit machen wir das einmal wöchentlich als Vorbereitung für die ersten Konzerte zur Platte, die dann aber wahrscheinlich eh wieder abgesagt werden.

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