Verbrechen und Fairness

Die Sammlerin Heidi Goëss-Horten ließ die Herkunft ihres Vermögens untersuchen. Was ist davon zu halten?

Matthias Dusini
FEUILLETON, FALTER 04/22 vom 25.01.2022

Die Sammlerin Heidi Goëss-Horten mit Hund, Museumsmodell und einem Bild von Francis Bacon (Foto: Ouriel Morgensztern)

Jetzt hat es Heidi Goëss-Horten schwarz auf weiß: Ihr Helmut war gar nicht so schlimm. Die 80-jährige Milliardärin mit Wohnsitz am Wörthersee gab ein Gutachten in Auftrag, das die Rolle ihres 1987 verstorbenen Gatten Helmut Horten in der NS-Zeit beleuchten soll. Der Unternehmer wurde vor und nach 1945 mit Kaufhäusern reich. Der Würzburger Historiker Peter ­Hoeres ging in die Archive und kam zu dem Ergebnis: „Die Annahme, dass der Grundstock von Hortens Vermögen aus der NS-Zeit stamme, ist nur sehr einschränkend zutreffend.“

Demnächst wird Goëss-Horten in der Wiener Innenstadt ein neues Museum eröffnen. Seit den 1990er-Jahren sammelt sie moderne und zeitgenössische Kunst, und sie beauftragte die ehemalige Belvedere-Di­rektorin Agnes Husslein-Arco mit dem Aufbau einer musealen Einrichtung. Vorher wollte Goëss-Horten noch ein paar Dinge klären.

Der Falter veröffentlichte 2018, anlässlich einer Präsentation im Leopold Museum, eine ausführliche Recherche. Darin wird Horten als brauner Yuppie geschildert, der von einem System profitierte, das auf Verfolgung und letztlich Vernichtung basierte. Welche Erkenntnisse liefert das Gutachten von Hoeres?

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  1439 Wörter       7 Minuten

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