Neue Platten

Feuilleton, FALTER 04/22 vom 26.01.2022

Pop

Eels: Extreme Witchcraft

Die Songs von Mark Everett, Mastermind der Eels, handeln von Selbsthass, Tod und Hoffnung, wobei er auch zu Selbstmitleid neigt, wie mehrere Trennungsalben dokumentieren. Nun läuft er wieder zu Form auf. "Extreme Witchcraft" ist eine Zusammenarbeit mit PJ-Harvey-Produzent John Parish und serviert knochentrockenen Rock und sanft zerfließende Balladen, galligen Humor ("Better Living Through Desparation") und leisen Optimismus (Strawberries and Popcorn"). Mittelalte Männer dürfen sich freuen. (E-Works) SF

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Jazz

Luke Stewart 's Silt Trio: The Bottom

Mit Titeln wie "Roots" betont US-Bassist Luke Stewart, Anfang 30 und laut Downbeat einer der 25 einflussreichsten Jazzer der Gegenwart, die Verwurzelung der Black Improvised Music in der Tradition. Eingängig-tänzerische Rhythmik und suggestive Hooklines des Bass (oder auch des Daumenklaviers) bilden die Basis, über die Brian Settles (ts) seine Melodienlinien legt und auf diesem weitgehend lyrisch-entspannten Album nur sporadisch Ausflüge in ruppigere Free-Jazz-Expression unternimmt. (Cuneiform) KN

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Klassik

Davidsen, Andsnes: Edvard Grieg

Der norwegische Pianist Leif Ove Andsnes kehrt zu seinem Lieblingskomponisten und Landsmann Edvard Grieg zurück, allerdings nicht als Solist, sondern als Liedbegleiter für seine Landsfrau, die Sopranistin und Wagner-Interpretin Lise Davidsen. Davidsens leuchtendwarme Stimme ist wie geschaffen für Griegs Märchenwelt, zu der Liebeslieder ebenso gehören wie der mystische Zyklus "Haugtussa". An ihrer Seite adelt Andsnes Griegs berührende, volksliedartigen Melodien mit feinster Anschlagskultur. (Decca) MDA

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