Kommentar: Corona

Paradoxe Pandemiepolitik: Impfpflichterl mit Lotterie

BARBARA TÓTH
Falter & Meinung, FALTER 04/22 vom 26.01.2022

Der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach lobt die Impfpflicht, die Österreichs Parlament letzte Woche als erstes europäisches Land beschlossen hat, als "Meilenstein". Dabei taugt das neue Gesetz nur als Vorbild dafür, wie man das Vertrauen in den Staat in Zeiten der Pandemie noch weiter untergräbt.

Zeitgleich mit dem Impfpflichtgesetz beschloss die schwarz-grüne Regierung eine Impflotterie und Prämien für Bürgermeister, die in ihren Gemeinden mehr als 80 Prozent Impfquote erreichen. Paradoxer geht es nicht. Der Staat lobt Preise aus für etwas, das er gleichzeitig zur Pflicht erklärt. Er gibt dem Volk Zuckerbrot und Peitsche - beides zur Unzeit.

Die Impflotterie ist an sich eine gute Idee, nur kommt sie neun Monate zu spät. Letzten Sommer, als der Ansturm auf die Impfzentren deutlich nachließ, wäre der richtige Zeitpunkt gewesen, mit solchen Anreizen zu arbeiten. Die Impfpflicht selber ist nur ein "Impfpflichterl", mehr Drohkulisse als Pflicht, Stoff für Schwejk'sche

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  404 Wörter       2 Minuten

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