Als die Polizei auf die Universität kam

Wohin mit den illegalen Nazis? Wie die Universität Wien im Austrofaschismus für Ordnung sorgte

ANNA GOLDENBERG
Politik, FALTER 05/22 vom 02.02.2022

Illustration: Oliver Hoffmann

Philosophie nach Hegel und Gesteinsbestimmung, Ökologie der Tiere und Schwimmen. Die Interessen der Elisabeth Stipetić sind breit. 1931 inskribiert die Wienerin an der Universität Wien. 1935 arbeitet sie an ihrer Dissertation über Amphibien, als die Universität ein Disziplinarverfahren gegen sie eröffnet und sie am 30. November für fünf Semester von allen österreichischen Hochschulen sperrt.

Denn Stipetić brennt für eine weitere Sache: den Nationalsozialismus, im austrofaschistischen Österreich illegal. Kurz vor ihrem 20. Geburtstag ist Stipetić 1932 der NSDAP beigetreten, 1935 wurde sie als Führerin der "Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Studentinnen", einer der wenigen illegalen NS-Frauenorganisationen im damaligen Österreich, für einige Wochen verhaftet.

Etwa zeitgleich mit Stipetić wird einem weiteren Menschen der Zugang zur Universität versagt: Christian Broda, 19 Jahre alt, ist in der kommunistischen Jugendbewegung aktiv und hat gerade maturiert. Er darf

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  780 Wörter       4 Minuten

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