Doku des Lächelns und der Lebensfreude

MICHAEL OMASTA
Lexikon, FALTER 10/22 vom 09.03.2022

Ein außergewöhnlicher Film über eine außergewöhnliche junge Frau: Sie heißt Eva-Maria Proßegger, arbeitet als Sekretärin an der Pädagogischen Hochschule in Innsbruck und ist wegen spastischer Zerebralparese seit ihrer Kindheit auf einen Rollstuhl und die Hilfe der Familie angewiesen. Umso besser aber weiß sie auch, dass ihre Wünsche nur dann wahr werden, wenn sie selbst sie verwirklicht. Jetzt, mit Anfang 30, will sie ein Kind.

Regisseur Lukas Ladner, gebürtiger Tiroler und Absolvent der Filmuniversität in Babelsberg, hat ein besonderes Naheverhältnis zu Eva-Maria. Er begleitet die werdende Mutter nicht nur mit der Kamera, sondern als ihr "persönlicher Assistent". Zwischen ihnen rennt der Schmäh. Einmal wollen sie im Hallenbad gemeinsam das Becken durchtauchen. "Ich reiß dich mit in den Tod", scherzt er. "Wie romantisch", meint sie.

Wie seine Protagonistin, so ist auch der Film "Eva-Maria" durchdrungen von Optimismus und Lebensfreude. Sehr persönlich, aber niemals zudringlich dokumentiert er den mühsamen Prozess ihrer Schwangerschaft von der Kinderwunschklinik über unzählige Tests und durchwachte Nächte bis lange nach der Geburt ihres Sohnes. Ein sehenswerter Erstlingsfilm über Courage und Ausdauer und die mitreißende Kraft des Lächelns.

Eva-Maria und ihr Assistent, der Filmemacher Lukas Ladner

Ab Fr im Stadtkino im Künstlerhaus

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