Wir wissen, was Diktatur bedeutet

Eine osteuropäische Perspektive auf Putins Invasion in die Ukraine. Ein Gastkommentar von Ondřej Cikán

Ondřej Cikán
10.03.2022

Prager vor einem brennenden sowjetischen Panzer (1968) | Foto: Wikimedia/Gemeinfrei

„Seine Freiheit verdient, wer jede Freiheit zu ehrn weiß.“

– Ján Kollár, 1824

Bevor Putin die Ukraine angegriffen hat, stellte er ultimative Forderungen an den Westen. Eine bestand darin, dass die NATO sich auf ihre Grenzen von vor 1997 zurückziehen müsse. Darauf einzugehen, würde in letzter Konsequenz bedeuten, alle Länder des ehemaligen Ostblocks wieder dem Mutwillen Moskaus auszuliefern. In Österreich und Deutschland gab es tatsächlich Stimmen, die eine solche Forderung für verhandelbar hielten, sei es aus fehlgeleitetem Pazifismus und traditioneller NATO-Kritik, sei es aus Einschüchterung oder blinder Russlandhörigkeit, sei es aus wirtschaftlichen Interessen oder dem Gefühl, dass die „osteuropäischen“ Länder irgendwo sehr weit im Osten liegen. Diese Stimmen sind nach der russischen Invasion in die Ukraine kurz leise geworden, werden aber schnell wieder lauter.

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  1996 Wörter       10 Minuten

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