Ein österreichisches Stück Ukraine

BENEDIKT NARODOSLAWSKY
Lexikon, FALTER 13/22 vom 30.03.2022

In einem abgelegenen Tal im Westen der Ukraine, etwa 160 Kilometer südlich von Lwiw, liegt das Bergdorf Ust-Tschorna. Hier reden die rund 20 Familien noch wie vor 250 Jahren. 1775 waren mehr als 200 Forstarbeiter aus dem Salzkammergut dorthin ausgewandert, um in den Wäldern der Karpaten Holz zu schlagen. Kaiserin Maria Theresia brauchte den Rohstoff, um die Wirtschaft anzufeuern, und schickte verlässliche Christen in die Wildnis ins östliche Grenzgebiet der Monarchie. Königsfeld -wie Ust-Tschorna auf Deutsch heißt -trug nach dem Ende des Habsburgerreichs verschiedene Landesfarben. Zunächst jene der Tschechoslowakei, dann jene Ungarns, später jene NS-Deutschlands und danach die der Sowjetunion. Schließlich wurde es Teil der Ukraine. Doch all die Zeit über sprachen die Menschen in Königsfeld österreichisches Deutsch.

Im Winter machte sich der Wiener Fotograf Dominik Geiger auf, um die alte Welt zu dokumentieren. Seine Bilder zeigen ein Dorf, das seine Wurzeln nicht vergessen hat. Prints der Ausstellung "Das Tal der Vergessenen", die auf der Foto Wien zu sehen war, können Sie bis 8. April online kaufen. Der Reinerlös geht an die Ukraine-Hilfe des SOS Kinderdorfs. Infos unter: www.helloworldgallery.com.

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