„Ich will ja auch nicht umgebracht werden“

Im Vergleich zu anderen Städten steigen in Wien nur wenige regelmäßig in den Fahrradsattel. Warum eigentlich? Vier Radfahrer erzählen

Katharina Kropshofer, Soraya Pechtl
STADTLEBEN, FALTER 15/22 vom 12.04.2022

Foto: Heribert Corn

Super, jetzt ist meine Hose ganz nass“, beschwert sich Ilay. Es ist Donnerstagfrüh, und der Schulweg wird auch bei Regenwetter auf zwei Reifen zurückgelegt. Normalerweise bedeckt eine Plane Ilay und seine Schwester Alma im E-Lastenrad, doch für das Foto muss diese runter – mit den entsprechenden Wasserschäden.

Vater David Paede ist selbstständiger Filmemacher, sein Gefährt kommt ihm mehrfach zugute: als Transportmittel für Equipment zum Beispiel, auch wenn das bei seinen Kollegen alles andere als Standard ist; oder eben als Kinderkutsche, um Ilay und Alma in Schule und Kindergarten im Grätzel abzuliefern.

Anders als in der Filmbranche ist das Lastenrad in der Jungeltern-Bubble des 20. Bezirks angekommen, doch abgesperrte Kinderfahrräder sieht man vor Ilays Schule kaum. „Eigentlich bräuchte mich Ilay am Schulweg gar nicht“, sagt Paede. Der Radweg startet direkt vor der Haustüre, nicht einmal zehn Minuten würde sein Sohn dafür brauchen – wäre da nicht ein ungesicherter Übergang an der Hellwagstraße. Zebrastreifen gibt es hier keinen. Die Autofahrer wirken gleich verwirrt wie Radfahrer und Fußgänger, selbst als Erwachsener sei es schwer, den Verkehr einzuschätzen. „Die Perspektive, dass Kinder auch alleine fahren können, fehlt.“

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  2146 Wörter       11 Minuten

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