FILM Neu im Kino

Alexa, mach den Film besser

DAVID AUER
Lexikon, FALTER 17/22 vom 27.04.2022

Die Dauerüberwachung durch das Komfort versprechende Internet der Dinge gibt angesichts der Unheimlichkeit, die es dem Heim verleiht, eine Paranoia-satte Prämisse für gruselige Genre-Ware her. So smart, wie Abhorchgadgets à la Alexa angeblich sind, präsentiert sich auch der Spin, den der vom Ösi-Content-Anbieter Amazing Austria produzierte "Dinner für Acht" dem Kontroll-Topos verpasst.

Eine Gruppe Schnösel-Studis wagt ein Experiment, das den gemächlichen Kleinparty-Abend in der halbautomatisierten Fertigbauvilla aufjazzen soll: Zieht es Konsequenzen nach sich, wenn man in Präsenz einer avancierten künstlichen Intelligenz zum Spaß einen Terroranschlag plant? Was sich liest wie Technologie-Thriller-Fun gerät allerdings zum unausgegorenen Genremix, der fast so provinziell daherkommt wie der Ort, in dem er spielt (Baden bei Wien).

Sowohl das Spiel der bemühten Nachwuchstalente als auch ein zusätzlicher Herzschmerz-und Selbstverwirklichungs-Plot befinden sich nahezu auf Seifenopern-Niveau. Dem steht der Score, der Szenen entweder vergeigt oder klimpernd auf lustig biegt, in wenig nach.

Die auf Hochglanz polierte Optik entspricht dem Ende, das wohl auf Satire abzielen soll, jedoch etwas von Reklame für die Sprachdienste der Netzgiganten hat.

Ab Fr in den Kinos

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