Was machen wir denn jetzt?

Ernst Molden über seinen Freund und Kollegen Willi Resetarits

Ernst Molden
Feuilleton, FALTER 17/22 vom 27.04.2022

Foto: Heribert Corn

Unser Dach ist weg, fortgerissen von einem einzigen Windstoß. Der Willi ist gestorben.

Wenn man zuhaus ist, denkt man ja nicht immer daran, dass das Haus ein Dach hat. Aber wenn das Dach plötzlich fehlt, hat es ein Ende mit dem Zuhaus. Was machen wir denn jetzt? Das war die Frage, die in allen Telefonaten mit den Freunden gestellt wurde, an diesem letzten, so vollkommen zerstörten Sonntag.

Was machen wir denn jetzt? Der Willi war tatsächlich das Dach, unter dem die ganze Musik dieser Stadt und großer Teile des umliegenden Landes gelebt, gespielt und gesungen hat, und mehr noch: Nicht nur die Musikantinnen und Musikanten hatten Platz unter diesem großen, starken Dach, sondern eigentlich alle Menschen mit Soul und auch alle Menschen in Not. Es mag erstaunen, dass ein Mann, der ein halbes Jahrhundert lang mit seiner Kunst ein Land unterhalten und berührt hat, dahinter ein noch größeres Talent hatte, nämlich zuzuhören und Einlass zu gewähren.

Willi hat mir einmal erzählt, dass er

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  715 Wörter       4 Minuten

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