„Die Lage hier ist katastrophal“

Österreich demonstriert Solidarität mit ukrainischen Vertriebenen. Tatsächlich sind viele Vertriebene in Österreich auf Almosen angewiesen

Nina Brnada
POLITIK, FALTER 21/22 vom 24.05.2022

Tanja Maier am Wiener Hauptbahnhof, wo sie ehrenamtlich dolmetscht (Foto: Heribert Corn)

Wenn es eine Person in Österreich gibt, die alle Ukrainerinnen und Ukrainer in Österreich kennen, dann ist es Tanja Maier. Seit Wochen flimmert ihr Name über all die dutzenden Social-Media-Kanäle, auf denen sich die Vertriebenen in Österreich austauschen, vernetzen, informieren. Maier ist für sie die Frau mit den Hofer-Gutscheinkarten. Hunderte hat sie bisher eigenhändig verteilt oder kuvertiert und per Post quer über das Land verschickt. Bezahlt durch private Spenden. Im Gegenzug bekommt sie Fotos der Habseligkeiten, die die Menschen damit gekauft haben. Kartoffeln, Wurst, Haferflocken, Ketchup, Erdbeeren. Maier veröffentlicht die Dankesbilder auf Twitter, ebenso wie allerlei Beschwerden über Flüchtlingsunterkünfte, die sie erreichen, fehlende Zahlungen und Kleidung.

Letztens, erzählt sie, hätte sie eine Frau aus der Ukraine angeschrieben und sie um Hilfe bei der Ankunft in Wien gebeten. „Mein Rat war, fahr weiter. Irgendwo anders hin, nur nicht Österreich, denn hier ist die Lage katastrophal.“

Es ist Montag, der 7. März, als Maier das erste Mal zum Wiener Hauptbahnhof fährt. Seither ist sie nahezu täglich dort, dolmetscht, vermittelt, checkt, begleitet. Die 46-Jährige lebt mit ihrem österreichischen Ehemann in Wien Döbling und kümmert sich um ihre drei Kinder.

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  2137 Wörter       11 Minuten

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