Im Sinkflug

Die Bezahlung ist mies, das Personal überarbeitet. An den Flughäfen fehlen Mitarbeiter, die, die noch da sind, drohen mit Streiks. Die Folge: Chaos und verärgerte Passagiere. Wie sich der Traum vom Fliegen in Luft auflöste

Soraya Pechtl
STADTLEBEN, FALTER 27/22 vom 05.07.2022

Passagiere müssen diesen Sommer mit stundenlangen Wartezeiten und Verspätungen rechnen. Die deutsche Lufthansa wird im Sommer über 3000 Flüge streichen. Auch bei der AUA kann man Stornierungen nicht ausschließen (Foto: Christopher Mavrič)

Erst nach sechs Stunden und drei Flügen kommt Christina Pratl an diesem Samstag zum Frühstücken. Kurz vor 6.00 Uhr beginnt der Arbeitstag für die Flugbegleiterin. Um 7.05 Uhr geht es von Mailand nach Wien. Drei weitere Flüge hat sie heute noch vor sich. Bei der Zwischenlandung schafft es Pratl, Snacks von der AUA-Kantine zu holen. Zeit zum Essen hat sie aber nicht. Die sonst so entspannt wirkende Flugbegleiterin ist gestresst. 40 Minuten haben Pratl und ihre zwei Kolleginnen nach der Landung, um die ankommenden aus dem und die neuen Passagiere in den Flieger zu bringen. Dazwischen muss das Flugzeug gereinigt und die Verpflegung aus- und eingeladen werden. „Bleibt dann noch Zeit, muss ich mir überlegen, ob ich durstig bin, einen Riesenhunger hab oder dringend aufs Klo muss“, sagt Pratl, die bei der Gewerkschaft Vida aktiv ist. Diese Zeit ergibt sich erst beim dritten Zwischenstopp. Um 12.45 Uhr beißt sie schließlich in ein Weckerl.

Vom Caterer bis zum Piloten: An den Flughäfen fehlt das Personal an allen Ecken und Enden. Seit 2019 hat die österreichische Luftfahrt ein Fünftel ihrer Mitarbeiter verloren, von 15.600 blieben nur 13.000. Viele Unternehmen haben während der Pandemie Personal abgebaut, einstige Mitarbeiter schauten sich nach krisenfesteren Jobs um. Derzeit kommen noch Ausfälle wegen Corona-Infektionen hinzu – bei der AUA haben sich die Fälle im Juni versechsfacht.

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