„Das Wort Frau darf nicht verschwinden“

Seit Wochen wird die grüne Abgeordnete Faika El-Nagashi von Transgender-Aktivisten diskreditiert, weil sie die Radikalisierung der Szene aufzeigt. Ein Gespräch über Redefreiheit, Wissenschaftsfeindlichkeit und die Frage, wer heute eine „Frau“ sein kann

Florian Klenk
POLITIK, FALTER 28/22 vom 12.07.2022

Foto: Christopher Mavrič

An der Berliner Humboldt-Uni wird eine Biologin gecancelt, weil sie über Geschlechter sprechen will. Die Bestsellerautorin J.K. Rowling bekommt Morddrohungen, weil sie das Wort „Frauen“ verwendet. Lesben werden in Bremen attackiert, weil sie behaupten, nur Frauen könnten Lesben sein. In Liverpool verbietet der Bürgermeister Aufkleber mit der „Aufschrift „Women don’t have Penises“. Und in Wien wurde jetzt Faika El-Nagashi, 45, angegriffen. Ausgerechnet sie.

Die grüne Abgeordnete ist lesbisch, Feministin, eine „Woman of Color“ und sie ist seit 25 Jahren Menschenrechtsaktivistin. Doch für manche Transgender-Aktivisten zählt das nicht. Im Netz wird El-Nagashi immer öfter angefeindet, weil sie darüber reden will, ob Männer nur durch eine Selbsterklärung zu Frauen werden und dann Zutritt in weibliche Schutzräume bekommen sollen. So sieht es die deutsche Rechtslage bald vor.

Hinter dem Streit in der kleinen Community verstecken sich größere Fragen: Was ist eine Frau? Wann greift Ideologie in die Wissenschafts- und Redefreiheit ein? Wie steht es um Kinder, die ihr Geschlecht wechseln wollen? Wie sollen gendergerechte Gesetze aussehen, die es Menschen ermöglichen, ihr Geschlecht zu wechseln. El-Nagashi bemerkt, dass da gerade etwas aus dem Ruder läuft, und warnt ihr eigenes politisches Milieu, aber auch junge Aktivisten davor, zu einer autoritären Sekte zu verkommen.

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  2915 Wörter       15 Minuten

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