Party mit Pocken

Die meisten Affenpocken-Fälle betreffen schwule Männer. Wie schützt die Politik eine Community, ohne sie zu stigmatisieren?

KATHARINA KROPSHOFER
Stadtleben, FALTER 32/22 vom 10.08.2022

Dass irgendwas nicht stimmte, sah Julian* auf dem Thermometer. 40 Grad Fieber kannte der 24-jährige Künstler nicht von sich. Dann die riesigen Lymphknoten, die "krassesten Halsschmerzen meines Lebens", ein paar Pusteln auf seinem Bauch, am Hintern und schließlich die Diagnose: Affenpocken.

Eigentlich wollte sich Julian rechtzeitig schützen, sich die Option bewahren, weiterhin so sexuell aktiv zu sein. Schon vor Wochen rief er beim Hausarzt an. "Ich bin queer, habe viele Sexualpartner -da ist es naheliegend, sich zu informieren." Doch eine Impfung gegen Affenpocken gibt es für Leute wie Julian noch nicht.

Dabei ist das Virus nicht neu, in Ländern wie dem Kongo kursiert es seit den 1970er-Jahren. Doch die ersten Fälle in Europa belebten den Schrecken der Pandemie: ein Virus, das sich schnell auf 75 Länder ausbreitete? Es folgte ein Aufschrei, der schnell zu Randmeldungen verkam.

Doch gerade steigen die Zahlen schneller als das Aufmerksamkeitslevel: 160 bekannte Fälle gibt es in Österreich,

ANZEIGE
  914 Wörter       5 Minuten

Sie haben bereits ein FALTER-Abo?


Sie nutzen bereits unsere FALTER-App?
Klicken Sie hier, um diesen Artikel in der App zu öffnen.

Jetzt abonnieren und sofort weiterlesen!

Jetzt abonnieren und sofort weiterlesen!

Print + Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • Wöchentliche Print-Ausgabe im Postfach
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
  • Rabatt für Studierende
Jetzt abonnieren

1 Monat Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
Jetzt abonnieren

Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
  • Rabatt für Studierende
Jetzt abonnieren
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Stadtleben-Artikel finden Sie in unserem Archiv.

12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!