„Ausweg aus einer bedrohten Existenz“

Zahlen wir zu viel Strom? Ja, sagt der Energieexperte Florian Kanzler. Zumindest in einigen Bundesländern könnten sich Leute auf die sogenannte Grundversorgung berufen

Eva Konzett
POLITIK, 18.08.2022

Fotocredit: Privat

Herr Kanzler, wie kommt der Strompreis eigentlich zustande?

Florian Kanzler: Grundsätzlich muss man sagen: Der Strompreis wird hauptsächlich durch Angebot und Nachfrage in Verbindung mit den Erzeugungskosten bestimmt. Dies kann bilateral zwischen einem Erzeuger und einem Lieferanten erfolgen, passiert aber heute zum größten Teil an der Strombörse. Man kann also sagen, dass der Strompreis ein Börsenprodukt ist. Der Großteil des Stroms wird hier am sogenannten Terminmarkt als Future gehandelt. Der Einkauf erfolgt also für die Zukunft – das reicht von Tagen bis hin zu mehreren Jahren um eine gewisse Preissicherheit zu gewährleisten. Diese langfristige Planung wird dann kurzfristig am sogenannten Spotmarkt optimiert. Es muss schließlich immer genau der Strom zur Verfügung stehen, der auch gebraucht wird. Der aktuelle Preis für die Endkunden hängt dann davon ab, wieviel günstige Energie ihr Lieferant in der Vergangenheit abgesichert hat und wieviel teure Energie er in der jetzigen Phase des Hochpreises nachbeschaffen muss. Hier verfolgt jeder Lieferant eine eigene, auf seinen Erfahrungen beruhende Beschaffungsstrategie.

Alternative Lieferanten haben mit aggressiven Preisangeboten den Strommarkt in den vergangenen Jahren aufgemischt, in Postwurfsendungen, auf Social Media, in Zeitungen wurden große Kampagnen geschaltet. Jetzt werden zahlreiche Kunden vor die Wahl gestellt: Entweder Du bezahlst mehr, oder ich kündige den Vertrag.

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