Jammern auf hohem Niveau

Österreichische Popmusik: Oehl und Sophia Blenda versuchen, der komplizierten Gegenwart in ihren Liedern mit Poesie beizukommen. Das klingt bisweilen düster und traurig, aber auch erhebend schön. Nuscheln ist erlaubt

SEBASTIAN FASTHUBER
Feuilleton, FALTER 34/22 vom 24.08.2022

Ari Oehl und Sophia Blenda (Fotos: Heribert Corn)

The Cure sangen 1980: "Boys Don' t Cry". Doch stimmt der Befund, dass Männer ihre Gefühle nicht offen zeigen können, heute noch? Ari Oehl findet: Ja. Er beginnt sein neues Album deshalb mit einer gesungenen Entschuldigung: "Und es tut mir leid. Es tut mir leid, dass du wegen mir geweint hast."

So klingt der Prolog zu einer Platte, die von Tod, Krankheit und Abschieden handelt, aber nicht schlechte Laune macht, sondern Trost spenden will. Das Album heißt "Keine Blumen" und mutet wie eine Umarmung in dem Moment an, in dem man sie gerade besonders nötig hat.

Die Lieder formulieren gleichzeitig poetische Antworten auf die vielen Fragen, die Oehls vierjähriger Sohn an ihn richtet. "Ich kann ihm keine heile Welt anbieten", sagt der Musiker bedauernd. "Stattdessen bemühe ich mich, ihm zu erklären, warum die Welt schwierig ist und warum Menschen sterben."

Die Karriere des in Wien lebenden Salzburgers startete 2019 ebenso vielversprechend wie ungewöhnlich. Der deutsche Rapper Casper war im

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  1506 Wörter       8 Minuten

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