"Der Journalismus arbeitet auf Twitter gegen sich"

Sollen sich Journalisten aus sozialen Medien zurückziehen, weil sie dort mehr Schaden anrichten, als der Debattenkultur etwas Gutes zu tun? Der Medienwissenschaftler Stephan Weichert rät dringend dazu und plädiert für ein öffentlich-rechtliches Twitter

FLORIAN KLENK
Medien, FALTER 37/22 vom 14.09.2022

Journalismus muss die sozialen Medien fluten, Journalisten sollen dort mit Usern kommunizieren -das war das Credo der letzten Jahre. Doch ist das immer noch so, wenn sich die Krisen überlappen und die Lage unübersichtlich wird? Sollte der Journalismus nicht besser wieder langsamer werden statt "sofortistisch" und "aktivistisch"? In einem soeben erschienenen Sammelband ("Resilienter Journalismus. Wie wir den öffentlichen Diskurs widerstandsfähiger machen", Halem-Verlag) beschäftigen sich Medienschaffende mit der Zukunft des Journalismus in Zeiten der sich überlagernden Krisen. Den programmatischen Einleitungstext schrieb der Kommunikationswissenschaftler Stephan Weichert. Er leitet das Vocer Institut für Digitale Resilienz, einen gemeinnützigen, unabhängigen Thinktank, der Forschung betreibt, Medienunternehmen berät sowie Workshops und Akademien für Medienschaffende zur digitalen Transformation anbietet.

Falter Herr Weichert, Sie raten uns

Medienleuten dazu, Twitter zu verlassen,

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  1520 Wörter       8 Minuten

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