MUSIKTHEATER Kritik

Weltklasse-Ensemble, hinreißende Regie

MIRIAM DAMEV
Lexikon, FALTER 37/22 vom 14.09.2022

Für ihre zweite Premiere hat Lotte de Beer Gioachino Rossinis "La Cenerentola" aus der Schatzkiste der Volksoper geholt. Nach der Premiere 1997 verschwand Achim Freyers Inszenierung, mit Ausnahme einer kurzen Wiederaufnahme, von der Bühne. Vielleicht lag es an den halsbrecherischen Koloraturen und Zungenbrechern, die Rossini vorgesehen hatte.

Ein gelungener Abend steht und fällt also mit dem Ensemble, zumal die Freyer'sche Commediadell'-Arte-Inszenierung nicht nur ausgezeichnete Stimmen, sondern auch komödiantisches Talent vorsieht. Nun müssen sich die anderen beiden Opernhäuser warm anziehen, denn was das Publikum an der Volksoper kredenzt bekam, war Weltklasse.

Misha Kiria sang einen umwerfenden Don Magnifico. So ein fantastischer Bass war bisher nur bei den Salzburger Festspielen oder an der Wiener Staatsoper zu hören. Oder Timothy Fallon als Don Ramiro -der Mann hat mit seinem strahlenden, wohltimbrierten Tenor nicht umsonst einen Grammy gewonnen. Ab sofort ist er festes Ensemblemitglied. Bezaubernd: Lauren Urquhart und Stephanie Maitland als Stiefschwestern Clorinda und Tisbe. Glänzend: der Chor und das Orchester unter Gastdirigent Carlo Goldstein, der allen den perfekten Rossini-Klang entlockte.

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