KUNST Tipps

Widerstand mit dem Zeichenstift

NICOLE SCHEYERER
Lexikon, FALTER 38/22 vom 21.09.2022

Selbst noch im Konzentrationslager Theresienstadt schuf sie Kunst und gab Zeichenkurse für Kinder. Das Linzer Lentos Museum hat der Wiener Malerin und Designerin Friedl Dicker-Brandeis, die 1944 in Auschwitz ermordet wurde, heuer bereits eine Ausstellung gewidmet. Nun zeigt die Angewandte ihre Ergebnisse aus einem zweijährigen Forschungsprojekt in der Schau "Friedl Dicker-Brandeis. Werkstätten bildender Kunst".

Die Angewandte besitzt in seiner Kunstsammlung Gemälde, Grafiken und Entwürfe der jüdischen Künstlerin, die auch am Bauhaus in Weimar studierte. Zu ihren Lehrern zählten dort Paul Klee und Wassily Kandinsky. Die jetzige Schau kehrt hervor, wie viel Dicker-Brandeis mit anderen zusammengearbeitet hat, allen voran dem Architekten Franz Singer. Das Paar nannte seine erste Firma 1923 in Berlin "Werkstätten Bildender Kunst GmbH". Aus dieser Zeit sind spannende innenarchitektonische Entwürfe erhalten, wie "Entwurf für Wohnung Hans Heller" mit einem ausgeklügelten Farbkonzept.

Ab 1931 war die Künstlerin Mitglied der Kommunistischen Partei und wurde erstmals verhaftet. Ihre sozialkritischen Fotocollagen sind ebenso Teil der jetzigen Schau wie ein schickes Handtäschchen aus Popeline und Rattan. Zur Ausstellung erscheint ein Forschungsband.

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