Rebellischer Pop von zeitloser Strahlkraft

"Keine Macht für Niemand" wird 50. Eine Graphic Novel erinnert an das große Album von Ton Steine Scherben

GERHARD STÖGER
Feuilleton, FALTER 45/22 vom 09.11.2022

Politische Lieder sind schwierige Dinger, allzu oft stör' n erhobene Zeigefinger", lautet eine popkulturelle Bauernregel. Gleichzeitig ist der passende Soundtrack natürlich ein wichtiges Mittel, die versteinerten Verhältnisse zum Tanzen zu bringen -um eingangs gleich den alten Polit-Popstar Karl Marx zu bemühen.

Songs, die mehr als nur unterhalten wollen, tappen tatsächlich oft in Fallen. Der Inhalt ist dann wichtiger als die Form, anstatt Lieder setzt es verknappte Referate mit Musikbegleitung. Vermeintliche Klarheit verkommt zu platter Parole, kluge Reflexion im Gegenzug zur voraussetzungsreichen Seminararbeit.

Der konkrete Anlass verpasst Protestliedern einen Zeitstempel und schreibt ihnen so ein Ablaufdatum ein. Oder natürlich das klassische Dilemma: Wer die Botschaft empfängt, stimmt ohnedies mit dem Sender überein, das sogenannte preaching to the converted also. Wobei Letzteres nicht unbedingt schlecht sein muss: Auch Überzeugte wollen Bestätigung, und bisweilen wollen sie

ANZEIGE
  676 Wörter       3 Minuten

Sie haben bereits ein FALTER-Abo?


Sie nutzen bereits unsere FALTER-App?
Klicken Sie hier, um diesen Artikel in der App zu öffnen.

Jetzt abonnieren und sofort weiterlesen!

Jetzt abonnieren und sofort weiterlesen!

Print + Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • Wöchentliche Print-Ausgabe im Postfach
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
  • Rabatt für Studierende
Jetzt abonnieren

1 Monat Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
Jetzt abonnieren

Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
  • Rabatt für Studierende
Jetzt abonnieren
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Feuilleton-Artikel finden Sie in unserem Archiv.

12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!