FILM Festival

Schweinspalatschinken und blaue Pancakes: Neun Tage des Kinderfilms

Lexikon, FALTER 45/22 vom 09.11.2022

Ella hat zwar Eltern, die sich nicht sonderlich für sie interessieren, aber dafür einen Onkel, der ihr bester Freund ist. Er glaubt an ihr Fußballtalent und liebt genauso wie sie Monster. Die beiden verspüren denselben Hass auf Schweinspalatschinken und singen leidenschaftlich gern Karaoke.

Doch dann kommt Steve, Tomys neuer Freund. Als Tomy überlegt, ihm einen Heiratsantrag zu machen, versucht Ella dies mit allen Mitteln zu verhindern: Sie schmuggelt etwa zwei Ratten in Tomys Wohnung oder schneidet Steve absichtlich eine schreckliche Frisur.

"Mini-Zlatan und der liebste Onkel der Welt"(ab sieben Jahren) bringt queere Lebenswelten ein, ohne dies extra kommentieren zu müssen. Das macht die schwedische Komödie mit ihren zum Teil sehr schrulligen Figuren so sympathisch.

Christian Los Film eröffnet das 34. Internationale Kinderfilmfestival, das neun Tage lang in drei Wiener Kinos stattfindet. Spielfilme und Kurzfilme für junges Publikum stehen auf dem Programm, sie werden in Originalsprache gezeigt und vor Ort deutsch eingesprochen. Für die Jüngsten gibt es das Kurzfilmprogramm "Drinnen, draußen, nebenan"(ab vier Jahren), für das jugendliche Publikum ab 14 Jahren stehen heuer, im Europäischen Jahr der Jugend, zwei Filme auf dem Spielplan: die französische Milieuschilderung "Beste Freundinnen" und die argentinische Liebesgeschichte "Sublime".

Besonders sehenswert ist die kanadische Drama-Komödie "Mein ganz eigener Zirkus"(ab zehn Jahren) von Miryam Bouchard. Darin fährt Laura mit ihrem Vater in einem Wohnwagen durch die Provinz. Bill arbeitet als Clown, sie ist seine persönliche Assistentin. Während Laura wirklich gern einfach in die Schule gehen würde, möchte er kein fades, gewöhnliches Leben führen. Bei ihm gibt es blaue Pancakes, die Tomaten fürs Sandwich zerquetscht er mit der Faust, und die Flöte spielt er mit dem Nasenloch.

Subtiler Humor durchzieht den Film, der gekonnt zwischen lustigen Momenten und melancholischen Szenen hin und her wechselt. Trauer und Komik liegen bekanntlich oft nah beieinander.

12. bis 20.11. im Votiv Kino, Cine Center und Cinemagic/Urania

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